Bedeutung der Datenrettung nimmt zu

Bedeutung der Datenrettung nimmt zuKaiserslautern, 10. November 2017. Von Thomas Beier. Wenn etwas schiefgeht, ist das oft der Auslöser dafür, dass etwas noch schlimmer schiefgeht. In Bezug auf die Datenspeicherung gibt es dafür eine typische Situation: Wenn man Bilder aus Smartphone oder Kamera auf einen externen Datenträger kopiert. Hier sind die Tipps, wie man es keinesfalls und wie man es richtig machen sollte.
Abbildung oben: Der Handyspeicher ist voll, spätestens jetzt werden die Urlaubsbilder auf einen anderen Datenträger kopiert. Doch wenn man dabei die Daten nicht sofort auf unterschiedlichen Speichermedien dupliziert und sie dann "weg" sind, können oft nur noch professionelle Datenretter helfen.

Datenrettung beginnt beim Umgang mit dem beschädigten Datenträger

Datenrettung beginnt beim Umgang mit dem beschädigten Datenträger

Verbreitete externe Speichermedien sind die SD-Karte, der USB-Stick und die externe Festplatte.

Zum Jahresende, wenn die Abende lang werden, verbringen viele Leute wieder mehr Zeit am PC. Endlich werden mal die Fotos und Videos sortiert oder überhaupt erst einmal der Inhalt des Kameraspeichers in den PC oder auf ein externes Speichermedium übertragen. Hilfreich ist dabei die "Verschieben"-Funktion, die viele Programme anbieten: Sie bedeutet, dass die Daten auf einem Ziellaufwerk gespeichert werden und anschließend automatisch auf dem Quellspeicher gelöscht werden.

Doch das Verfahren ist riskant, weil erhaltenswürdige Daten stets auf mindestens zwei unterschiedlichen Datenträgern vorhanden sein sollten, wichtige Daten sogar auf Dreien.

Das Ampelprinzip für wichtige Daten

Hier hat sich das Ampelprinzip bewährt:
  • "Grün" sind die Arbeitsdaten auf dem Laufwerk, das man im Alltag verwendet.
  • "Gelb" sind die Sicherungskopien. Mit Ihnen wird nicht gearbeitet, sie dienen lediglich dazu, im Falle eines Falles wieder "grüne" Arbeitsdaten zu erzeugen.
  • "Rot" sind Daten, auf die nur unter besonderen Bedingungen zurückgegriffen wird. Sie sollten außerdem an einem sicheren Ort verwahrt werden.

Ein denkbares Szenario, unter dem auf "Rot" zurückgegriffen werden muss, könnte der Befall mit Schadsoftware sein. Irgendetwas funktioniert nicht, einfachste Lösung: Die Daten von "Gelb" wiederherstellen. Das kann aber dazu führen, dass auch die auf "Gelb" gespeicherten Daten von der Schadsoftware angegriffen werden. Folge: Fall "Rot". Doch Vorsicht, der Datenträger "Rot" sollte nie direkt mit einem Problem-PC oder einem möglicherweise infiziertem Netzwerk verbunden werden. Besser ist es, auf einem garantiert "sauberen" Solo-PC erst einmal wieder einen "Gelb"-Datenträger herzustellen und von dem dann wieder "Grün"-Daten.

Wer Daten beispielsweise direkt aus einer Digitalkamera kopiert, sollten die Quell- oder Urdaten dort so lange erhalten, bis die kopierten Daten gesichert, also mindestens auf zwei physisch unterschiedlichen Datenträgern gespeichert sind.

Wenn es schiefgeht, dann richtig

Soweit die Theorie. In der Praxis, vor allem unter Zeitdruck, geht schon mal was schief – und wenn, dann richtig. Da wird der Kameraspeicher eben schnell mal freigemacht, weil die Kamera gebraucht wird, und dann steigt die Festplatte aus. Die eigentlich unkomplizierte Wiederherstellung der gelöschten Daten in der Kamera klappt nicht, weil der Speicher inzwischen mit neuen Aufnahmen überschrieben ist. Jetzt gilt die Datenrettungsregel Nummer Eins: Keine Experimente! Die Festplatte oder den PC sofort ausschalten und vom Strom- wie ggf. Datennetz trennen.

Grundsätzlich ganz und gar untaugliche Experimente sind:
  • an Software-Einstellungen herumdoktorn
  • "Datenrettungssoftware" aus dem Internet herunterladen und anwenden
  • die Festplatte ein wenig schütteln oder öffnen

Legendär ist auch die Empfehlung, Festplattenlaufwerke von Zeit zu Zeit mal mit dem Staubsauger auszupusten – um Himmels Willen nicht machen!

Im Bereich der BeierGroup schwirren mittlerweile ganze Koffer von Festplatten herum. Ergo: Datenrettung ist hier kein Fremdwort; erst jüngst kam das Thema wieder zur Sprache, als eine Festplatte mit Filmaufnahmen aus Fernost heruntergefallen war. Der Betroffene war verständlicherweise ebenso zerstört wie seine Festplatte: Er hatte keine Sicherungskopie angefertigt.

Eingeschickt wurde die nicht mehr reagierende Platte an die CBL Datenrettung in Kaiserslautern. Dort wird stets erst geprüft, ob Daten wieder herstellbar sind. Wenn ja, bekommt der Kunde eine Übersicht der wiederherstellbaren Daten und ein Kostenangebot. Sind keine Daten rettbar, entstehen dem Kunden auch keine Kosten. Im konkreten Fall war das so, von dieser Festplatte waren, auch bedingt durch die Bauart eines bestimmten Herstellers, keinerlei Daten rekonstruierbar. Doch die Sache ging noch gut aus, jemand hatte vorsorglich, aber ohne Wissen des Festplattenbesitzers, eine Sicherungskopie erstellt.

Datenrettung gehört in Profi-Hände

Das ist eher untypisch, denn Daten lassen sich in sehr vielen Fällen retten – und das grundsätzlich von allen Datenträgern, also nicht nur von herkömmlichen Festplattenlaufwerken, sondern auch von SSD-Festplatten (Festspeichern) und USB-Sticks wie auch Speicherkarten, von RAID-Festplatten und Servern, von Handys und Smartphones, von Tapes – und das immer wieder auch in den unwahrscheinlichsten Fällen wie beispielsweise Wasserschäden (in diesem Fall den Datenträger keinesfalls trocknen, sondern nass, wie er ist, in Folie verpacken und schnellstens einschicken).

Worüber nicht gern gesprochen wird: Auch mutwillig gelöschte, vermeintlich vernichtete Daten können in sehr vielen Fällen rekonstruiert werden. Ob nun beim privaten Beziehungsstreit oder ob ein Mitarbeiter gefrustet ist, mutwillige Datenvernichtungsversuche gibt es öfter, als man glauben sollte. Übrigens empfehlen die Kaiserslauterner Datenretter, auch wenn andere Datenretter bereits schulterzuckend die Hände gehoben haben, bei CBL – ähnlich wie in der Medizin – eine Zweitmeinung einzuholen. In bis zu 40 Prozent der als "hoffnungslos" eingestuften Fälle kann bei CBL mindestens noch ein Teil der Daten wiederhergestellt werden

Kundenservice erweitert

CBL Datenrettung ist nun auch auf Twitter zu finden. Und es gibt Neuerungen: Nach erfolgter Datenrettung stellt CBL ein browserbasiertes Verzeichnis zur Verfügung, in dem der Kunde die rekonstruierten Verzeichnisse und Dateinamen durchklicken kann. Dies erleichtert die Kontrolle, ob die vereinbarten Zieldaten gerettet werden konnten und der Auftrag kostenpflichtig abgeschlossen wird. Zum anderen können Kunden jetzt über einen sicheren, datenschutzkonformen Cloud-Speicher ihre Daten herunterladen, falls sie nicht auf die Zusendung eines Datenträgers warten wollen.

Tipp:

CBL bietet zum Jahresende zwei Rabattaktionen für Privatanwender:
  • Im November 2017 werden die Kosten für eine Notebookfestplattendatenrettung auf allerhöchstens 999 Euro gedeckelt (dieses Sonderangebot der Deckelung nicht mit einem der oft zweifelhaften Festpreisangebote verwechseln!).
  • Dezember 2017 und im Januar 2018 gilt dann 15 Prozent Rabatt auf die Kosten einer Datenrettung privater Fotos von einer Festplatte.



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  • Quelle: Thomas Beier | Foto Paar im Wasser: Ben_Kercks / Ben Kercks, Foto Speichermedien: StockSnap, beide pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 09.11.2017 - 14:32 Uhr
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