Landrat und Oberbürgermeister baggern am Berzdorfer See

Landrat und Oberbürgermeister baggern am Berzdorfer SeeGörlitz, 9. September 2017. Wo man nicht hinkommt, dort kann man nicht investieren. Deshalb entsteht am Nordstrand des Berzdorfer Sees eine neue Zuwegung. Weil ein "erster Spatenstich" im HiTech-Zeitalter uncool ist, konnten sich der Görlitzer Landrat Bernd Lange und Oberbürgermeister Siegfried Deinege einen Kindheitstraum erfüllen: Bagger fahren!
Abbildung: Losbaggern scheint dem Görlitzer Stadtoberhaupt eine willkommene Abwechslung zur Schreibtischarbeit zu sein.

Neue Infrastruktur schafft Voraussetzungen für weitere Investitionen

Neue Infrastruktur schafft Voraussetzungen für weitere Investitionen

Große Jungs: Links baggert Landrat Lange, rechts Oberbürgermeister Deinege.

Thema: Berzdorfer See

Berzdorfer See

Der Berzdorfer See – eine geflutete frühere Braunkohlegrube im Süden der Stadt Görlitz und zweitgrößter See Sachsens – entwickelt sich zu einem Naherholungsgebiet. Weitere Anrainergemeinden sind Markersdorf und Schönau-Berzdorf.

Ermöglicht hat das Anbaggern Projektmanager Jürgen Nagel, der für die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), den für die Umgestaltung der Lausitz wichtigen Bergbausanierer, arbeitet. Er hatte beide eingeladen, auf je einen Bagger zu klettern und – wohlgemerkt unter Anleitung – diesen in sinnvolle Bewegungen zu versetzen.

Zugeguckt haben unter anderem das Bundestagsmitglied Michael Kretschmer (CDU), die Landtagsabgeordneten Octavian Ursu (CDU) und Sebastian Wippel (AfD), Beschäftigte der LMBV und Leute aus den involvierten Baufirmen und Planungsbüros, den Ämtern der Stadtverwaltung Görlitz und aus der städtischen Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH, aus deren Reihen die Projektleiterin Berzdorfer See Katharina Poplawski kommt.

Im Zusammenhang mit der Feier des ersten Baggeraushubs für die Zuwegung betonten Oberbürgermeister Deinege und Landrat Lange unisono, dass diese Infrastrukturmaßnahme die Grundlage für weitere Investitionen und damit eine strategische Weiterentwicklung des Sees darstellt. Eigentlich hätte das schon eher losgehen sollen, aber Hochwasserfolgen verzögerten den Baubeginn.

Was buddeln die denn da?

Zu den entstehenden "Erschließungsanlagen Nordstrand" gehört vor allem eine Erschließungsstraße, die von der Staatsstraße S111, die Görlitz-Weinhübel mit Kunnerwitz verbindet, bis zum Nordstrand führt. Dort entsteht ein Kreisverkehr, mit dem zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Man kann prima umkehren und es können weitere Straßen angebunden werden. Für die neue Straßenanbindung wird auch der Bahndamm der alten Eisenbahnverbindung in Richtung Zittau genutzt.

Es handelt sich um eine sogenannte § 4-Maßnahme, der ein Verwaltungsabkommen zwischen Bund und Freistaat zur Erhöhung des Folgenutzungsstandards früherer Bergbaugebiete zugrunde liegt. Vorteil für die Stadt Görlitz: Von den 1,8 Millionen Euro Gesamtkosten braucht sie nur 20 Prozent als Eigenanteil auf den Tisch zu legen.

Geplant wurde die Bauerei schon seit Anfang 2015, die Bauvorbereitung samst Abbruch von Garagen ging im ersten Quartal 2017 über die Bühne. Seit März diesen Jahres werden Faunaangehörige zu Migranten gemacht, sprich umgesiedelt. Dauern sollen die Bauarbeiten bis ins dritte Quartal 2018.

Was passiert im Einzelnen?

LMBV und Stadt Görlitz kümmern sich um den Straßenbau, eine Trinkwasserversorgungsleitung (ca. 1.750 Meter), an die zuerst die Rettungsstation angeschlossen wird, und die Abwasserentsorgung mit eigenem Pumpwerk sowie naturschutzrechtliche Ersatzmaßnahmen. Wie der elektrische Strom zum Nordstrand kommt, dafür ist die ENSO zuständig, die eine Trafostation baut. Für den Telekommunikationsanschluss hält die Deutsche Telekom AG den Kopf hin.

Zum Wohle der Natur: Aufgeforstet wird ungefähr ein Hektar auf der Böschungsfläche unterhalb von Klein Neundorf, der bisherige Wirtschaftsweg am Fuß des Bahndamms wird renaturiert. Was im Baubereich herumkreucht, Amphibien und Reptilien wie Eidechsen und Frösche wird weggefangen und bekommt eine neue Heimat. Insgesamt werden die Bauarbeiten ökologisch begleitet.

Die neue Straße Straße, rund 1.200 Meter lang und sechseinhalb Meter breit (damit Busse und Lkw aneinander vorbeikommen), wird asphaltiert. Einen Gehweg wird es erst einmal nicht geben, er kann aber, so die Görlitzer Stadtverwaltung, zukünftig noch angebaut werden. Auch eine Straßenbeleuchtung kann später relativ einfach installiert werden, weil die Leerrohre dafür beim Straßenbau gleich mitverlegt werden.

Wer mitmischt

Maßnahmeträger ist die LMBV, die Baulast trägt die Stadt Görlitz. Die Bauleitung hat das IBOS Ingenieurbüro für Tiefbau, Wasserwirtschaft und Umweltfragen, Ostsachsen GmbH mit Sitz in Görlitz übernommen. Die ökologische Planung, so die der Landschaftsgestaltung, macht die IPROconsult GmbH aus Senftenberg.

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  • Quelle: red | Bildquelle: Stadtverwaltung Görlitz
  • Zuletzt geändert am 09.09.2017 - 09:43 Uhr
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