Start-ups in Görlitz: Standortvorteile nutzen und erfolgreich gründen

Start-ups in Görlitz: Standortvorteile nutzen und erfolgreich gründenGörlitz, 5. April 2017. Wie am Crowdfunding-Projekt Jakobspassage deutlich wird, ist Görlitz auf dem besten Weg, immer mehr Jungunternehmer in die Stadt zu locken. Das Potenzial ist enorm: Die Mieten sind günstig, der Leerstand groß und in der Stadt gibt es noch Marktlücken, die beispielsweise in Berlin, Hamburg oder Leipzig schon lange erschlossen sind. Dazu zählen bspw. Geschäfte mit Fair-Trade-Kleidung, Designer-Möbeln oder restaurierten Vintage-Fahrrädern. Wer entsprechend vorausplant, hat gute Chancen, sich erfolgreich auf dem Markt zu behaupten.
Abbildung oben: Vor knapp einem Jahr: Die Eröffnung der Jakobspassage am 22. April 2016.

Darauf sollten Gründer achten

Darauf sollten Gründer achten

Die Aufmerksamkeit zur Eröffnung reicht nicht: Auf Dauer ist ein ideenreiches und wirksames Marketing gefragt.

Innovative Geschäftsidee

Neugründer setzen oft darauf, bestehende Produkte und Dienstleistungen zu optimieren, statt innovative Geschäftsideen zu entwickeln. In Zeiten der Digitalisierung kann das jedoch schon das Aus vor der eigentlichen Gründung bedeuten. Axel Krüger, der in Görlitz die Agentur "Machtwort" gegründet und über viele Jahre ein eigenes Restaurant betrieben hat, rät Görlitzer Unternehmern dazu, einfallsreicher zu werden und auf Marktlücken und die Nachfrage zu reagieren: "Wir haben damals eine Kneipe gegründet, weil es keine Kneipe gab, die uns gefiel. Ich habe das Restaurant geführt, weil ich ein gutes Restaurant wollte. Wenn einer sagt: Hier gibt es keine Disco, sagen wir: Mach eine gute Disco."

Finanzierung

Kaum ein Unternehmer in spe hat das nötige Eigenkapital, um die Investitionen und anfangs die laufenden Kosten der Selbstständigkeit zu finanzieren. Bevor man direkt die gesamten Ersparnisse in die Ausstattung von Büro- und Lagerräumen und das Gehalt der Mitarbeiter steckt, ist es ratsam, sich nach Fördermöglichkeiten umzusehen. In den vergangenen Jahren hat sich in Deutschland hinsichtlich der Finanzierungsmöglichkeiten von Start-ups einiges getan. Ein Weg führt über die Förderbank KfW, die ERP-Gründerkredite anbietet. Ein Kreditrahmen von bis zu 100.000 Euro, festgeschriebene, niedrige Zinsen und die ersten zwei Jahre von der Rückzahlung befreit zu sein, hat schon viele überzeugt.

Beim Hightech-Gründerfonds erhalten Existenzgründer sogar bis zu einer Million Euro – allerdings nur, wenn sie in Bereichen wie Robotik, Wirkstoffentwicklung, Chemie oder Software tätig werden wollen. Wer sich lieber einen privaten Investor mit ins Boot holen möchte, sollte sich in der Stadt vernetzen und dem Fördermittelgeber Gestaltungsspielräume einräumen.

Marketing-Maßnahmen

Auch wenn die Finanzierung steht, die Idee innovativ ist und das Feedback der ersten Kunden stimmt – ohne einen Marketingplan, der auf die anvisierte Zielgruppe ausgerichtet ist und mit dem sich der Bekanntheitsgrad steigern und der Umsatz erhöhen lassen, wird sich langfristig wohl kaum Erfolg einstellen.

Kooperationen mit Geschäften in der Nachbarschaft sind einfache, aber effektive Wege, um Neukunden anzuwerben. Jungunternehmer können beispielsweise bei darauf spezialisierten Anbietern günstig Allwetterplakate mit Bildern der Produkte oder Flyer mit Partnerschaftsrabatten drucken lassen, die die Aufmerksamkeit der Anwohner wecken. Insbesondere lokale Händler in Görlitz können auf Plakatwerbung in der Innenstadt oder Flyer in Cafés und Restaurants setzen. Hier gilt es, kreativ zu werden und Kontakte zu knüpfen.

Im digitalen Zeitalter wichtiger denn je ist natürlich auch eine eigene Website. Möchte man seine Waren und Dienstleistungen über Görlitz hinaus anbieten, sollten Jungunternehmer auf Onlinemarketing setzen, mit dem sie verhältnismäßig kostengünstig auch potenzielle Kunden außerhalb der eigenen Stadt erreichen.

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  • Quelle: red | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 05.04.2017 - 10:21 Uhr
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