Gelbe Engel machen in Münster Görlitzer Anzeiger flott

Gelbe Engel machen in Münster Görlitzer Anzeiger flottMünster, 11. Januar 2018. Von Thomas Beier. Ab und an berichtet der Görlitzer Anzeiger von "woanders", so auch aus dem westfälischen Münster. Immerhin ist die Westfalen-Community in Görlitz eine große: ein lehrender Professor, ein abenteuerlicher Seniorreporter, ein werbender Geschäftsführer und ein in Münster uniabsolvierter Bürgermeister (neben weiteren Absolventen der Westfälischen Wilhelms-Universität) sind nur Beispiele. Dennoch: Um dem Görlitz-Koller zu entgehen, muss man immer wieder mal weg. Was liegt da näher als das Münsterland und die angrenzenden Niederlande? 650 Kilometer Distanz machen das Leben zum Road-Movie. Was man unterwegs so erlebt, und sei es an der Tanke nachts um halb Drei, gibt den Stoff für ein Buch. Heute im Mittelpunkt steht allerdings vorgestern: Als der westfälische ADAC den Görlitzer Anzeiger wieder flott machte.
Abbildung oben: Hier, in der Weseler Straße, direkt neben dem Rundhaus, hat der ADAC seine Geschäftsstelle in Münster. Der Görlitzer Anzeiger dankt dem Ing.-Büro Hans Lothar Schütgens & Partner, das an den Architekten- und Ingenieurleistungen bei der Errichtung des Gebäudes in einer ARGE beteiligt war, für die freundliche Genehmigung zur Bildnutzung.

Pannenhelfer vom Westfälischen ADAC: kompetent und mit Spaß bei der Arbeit

Pannenhelfer vom Westfälischen ADAC: kompetent und mit Spaß bei der Arbeit

S. Löwe (links) und K. Overmann waren die rettenden Gelben Engel für den Görlitzer Anzeiger

Thema: Woanders

Woanders

"Woanders" - das ist das Stichwort, wenn der Görlitzer Anzeiger auf Reisen geht und von Erlebnissen und Begegnungen "im Lande anderswo" berichtet. Vorbildliches, Beispielhaftes und Beeindruckendes erhält so auch im Regional Magazin seine Bühne.

Aller Anfang ist schwer, schien sich der Anlasser des Tuckerdiesels, mit dem ich so gern durch Münster cruise, bei jedem Start zu sagen, schon immer drehte er eher lahmarschig als freudig. Was macht da der gelernte Trabi-Freak? Na logo, die Starterbatterie erneuern. Alles gut, aber nach 14 Tagen dreht die Kiste noch immer besonders langsam, schließlich sagte der Anlasser schon nach zwei Versuchen endgültig: Nö! Also, was nun?

Jetzt sagt sich der erfahrene Trabant-Fahrer: Akku ist da, Anlasser sagt nichts, Magnetschalter auch nicht. Also anschieben! Die Mannen aus dem nahegelegenen Ingenieurbüro taten das nach Kräften. Nach zehn Metern aber war klar: Nothing goes. Was jetzt noch geht, ist (Zum Glück!) der ADAC.

Der ADAC hilft

Die nette Stimme an der ADAC-Hotline – ganz ohne Warteschleife – warnte allerdings: Das könne bis zu anderthalb Stunden dauern, im Moment sei viel los. Sie irrte zum Glück, schon nach zehn Minuten kam der Anruf: In drei bis fünf Minuten sind wir da! So schnell bin ich nicht mal in meiner heimischen Werkstatt.

Und dann kam, was alle Erwartungen übertraf: Zwei Gelbe Engel in Gestalt der Herren S. Löwe und K. Overmann, die machten nämlich einen richtig guten Job. Die Herren legten systematisch und lösungsorientiert los, um die Ursache des Fahrzeugstillstands zu ermitteln. Und wie sie es taten! Erst einmal Anschleppversuch: Geringster Aufwand bei maximalen Erfolgsaussichten. Leider Fehlanzeige, das Auto aus dem Haus der Automobilcreateure spielte zwar mit, übernahmen zündungstechnisch aber nicht die Initiative. Das hatte schon der heimische Schrauber in Görlitz geahnt, als er am Handy raunte: "Massekabel. Das Massekabel, überbrücke es!"

Als erfahrener Trabifahrer – der Görlitzer Anzeiger fällt immer wieder mit seinem Redaktions-Trabi auf – ist man ja auf vieles eingestellt, aber auf so etwas, auf so etwas doch nicht! Klar ist die Erkenntnis gereift, dass an modernen Autos vieles kaputtgehen kann, was der Trabi gar nicht kennt. Andererseits: Die beiden Münsteraner ADAC-Jungs hätten auch mit einer Trabi-Unterbrecherplatte etwas anfangen können. Doch darum ging es im konkreten Fall nicht. Total angenehm war, dass sie nicht nur mit Freude bei der Arbeit waren, sondern auch bei jedem Schritt der Fehlersuche erklärten, was sie jetzt tun. Faszinierend, faszinierend! Außerdem behüteten sie den durchaus gestressten Automobilfahrer vor den besonderen Verkehrsgefahren in Münster, die als Radfahrer daherkommen: "Halten Sie sich lieber zwischen den Autos auf!" Sie hatten recht, denn ich habe überlebt.

Wie sich gestern in Görlitz herausstellte, war tatsächlich das Massekabel zum Motor im Eimer. Die ADAC-Recken in Münster hatten das herausgefunden und dankeswerter Weise eine provisorische Verbindung eingebaut. Jungs, Danke, und wenn Ihr mal nach Görlitz kommen wollt, meldet Euch!

Und was ist die Moral von der Geschicht'?

Kunden zufriedenzustellen reicht nicht aus, man muss sie begeistern, um Weiterempfehlungen zu erhalten!

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  • Quelle: Thomas Beier | Gebäudefoto: © Hans Lothar Schütgens, Personenfoto: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 10.01.2018 - 19:20 Uhr
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