Von der Görlitzer Lesebühne Hospitalstraße: byebye

Von der Görlitzer Lesebühne Hospitalstraße: byebyeGörlitz, 12. Februar 2018. Wer jetzt denkt, die Lesebühne Hospitalstraße sagt leise "byebye", irrt gewaltig: Die Lesebühnenmacher Axel Krüger und Mike Altmann machen es wie Kanzlerin Merkel und sagen "Nix byebye!" und setzen noch einen drauf: "Mehr Turbulenz!" Die verspricht unter anderem eine Band, die auf den Namen "byebye" reagiert. Ach, es hätte so ein schöner, ruhiger Februar-Winterabend werden können...
Abbildung: Zwar körperlich in unterschiedlichen Luftschichten unterwegs sind Axel Krüger (oben) und Mike Altmann doch von gleicher geistiger Größe – diesmal vor schwarzem Hintergrund

Eine blitzgescheite Frau und zwei Jungs zu Gast in Görlitz

Eine blitzgescheite Frau und zwei Jungs zu Gast in Görlitz

Die Jungs von byebye versichern, selbiges noch nie per SMS verschickt zu haben

Thema: Lesebühnen

Lesebühnen

Lesebühnen sind in Görlitz fester Kulturbestandteil - teils musikalisch unterlegt, teils mit Autoren von vor Ort, teils mit weitgereisten Schreib- und Lesenden.

Jedenfalls versprechen die Popliteraten Krüger & Altmann, den Mund nicht zu voll zu nehmen, wenn Sie nun eine "turbulente Mischung" für die kommende "Hospitalstraße" ankündigen. Ihr eigener Beitrag in Form tintenfeuchter Texte bleibt streng bei der Realität, wenn auch nur, um diese deckungsfrei, aber schonungslos zu bekämpfen. Einer bunten Zivilgesellschaft verpflichtet verspricht Altmann: "Diesem Grau in Grau werden wir mit dem Besten begegnen, was der Malermeister zu bieten hat!" – just in dem Moment, als er ertappt wird, wie er einen Eimer ins APOLLO schleppt. Der ist mit "Humor" beschriftet und enthält sattes Meisterschwarz. Nun ist das Stammpublikum verwirrt und voller Neugier zugleich, läuft aber Gefahr, von ebenfalls neugierig gewordenen sogenannten Neugästen verdrängt zu werden.

Doch die Beruhigungspillen können zu Hause bleiben, denn in Sachen abgedunkelter Humor werden Krüger & Altmann an diesem Abend bestenfalls eine Randepisode sein. Ein Ruck wird durchs Publikum gehen, wenn die "Queen of Zombie Poetry" die Lesebühne betritt! Dahinter verbirgt sich die im thüringischen Bratwurstparadies geborene und sozialisierte Gesine Schäfer, die es in die sächsische Elbmetropole verschlagen hat, von wo sie nun nach Görlitz kommt. Kaum eine Künstlerin schafft, was ihr gelingt: Ihr Publikum gleichzeitig erschaudern und glücklich glucksen zu lassen. Folge: Der renommierte Livelyrix-Slam 2017 in der Scheune Dresden ist nur einer von vielen Titeln, die die blitzgescheite Wortkünstlerin sammelte.

Nun lasset den Worten die Musik folgen!

Der Schauder ist noch nicht ganz den Rücken hinuntergelaufen, da wechselt das Bild auf der APOLLO-Bühne schon wieder und – Voilà! – zwei Jungs aus der sächsischen Pleißemetropole platzieren hier ihre Körper. Doch auf die Äußerlichkeiten kommt es nicht an, geht es doch darum, was die jungen Herren aufs Trommelfell bringen. Das Publikum darf an dieser Stelle durchaus erwartungsfroh sein, gehört das Duo doch zu den erfolgreichsten Liedermachern Mitteldeutschlands. Das ist keine Erfindung der Lügenpresse, denn die Band hat immerhin schon 20 Publikums- und Jurypreise eingesackt. Wer schon mal reinhören will, bestellt sich am besten alle Compact Discs der Band.

Keine Angst, der Auftritt beginnt nicht mit der Präsentation der Preise, sondern mit bemerkenswert eigenständig groovender Musik. Für Verständnis beim Publikum sorgen die deutschsprachige Texte. Das aktuelle Album "Du weißt wieso" kommt mit nach Görlitz und hat das Potenzial, das Publikum von den Klappstühlen holen.

Prädikat: Unbedingt hingehen!
Sonnabend, 24. Februar 2018, 19.30 Uhr,
APOLLO Theater, Hospitalstraße 2, 02826 Görlitz.

Dem Publikum ist es immer wieder eine Freude, Eintrittskarten im Gegenwert von zwölf Euro zu erwerben, ermöglichen diese doch den Zugang zu einer Show, die viel mehr wert ist. Zur Freude während und nach der Show können die Gäste die Vorfreude hinzufügen, die mit dem Ticketkauf im Vorverkauf ausgelöst wird. Diese empfohlene Variante kann an der Theaterkasse Görlitz und online unter www.g-h-t.de realisiert werden. Die Restkartenverwertung erfolgt auf eigenes Risiko an der um 19 Uhr öffnenden Abendkasse.

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