Kindsleiche im Ofen. Eine Lesung in Görlitz

Kindsleiche im Ofen. Eine Lesung in GörlitzGörlitz, 26. September 2016. In der "DDR" war vieles nicht besser, so auch in Sachen Mord und Totschlag. Der ehemaligen Mitarbeiterin der Görlitzer Kriminalpolizei Eveline Schulze ist es zu verdanken, dass authentische Kriminalfälle aus der "DDR" literarisch aufbereitet nachgelesen werden können. Am kommenden Mittwoch liest sie in Görlitz aus ihrem Buch "Kindleiche im Ofen" den Krimi "Die Schlinge".

Buchlesung der Kriminalbuchautorin Eveline Schulze aus Görlitz

Thema: Lesebühnen

Lesebühnen

Lesebühnen sind in Görlitz fester Kulturbestandteil - teils musikalisch unterlegt, teils mit Autoren von vor Ort, teils mit weitgereisten Schreib- und Lesenden.

Auch "Die Schlinge" berichtet von einem Verbrechen, das sich in Görlitz tatsächlich so zugetragen hat. Hintergrund ist ein Beziehungsdrama mit sozialem Hintergrund, das Schulze aus den Unterlagen rekonstruiert hat. In Krimi lotet sie die Motive der Täter psychologisch aus: Ein Tierpfleger erdrosselt seine Freundin, die er liebt, mit einem Klingeldraht. Aber noch mehr liebt er seine Mutter, die etwas gegen seine Beziehung und Angst vorm Alleinsein hat. Es entwickelt sich ein Psychodrama, das vor Gericht und schließlich in der Psychiatrie endet. Der Fall offenbart Einsichten, die zeitlos und gesellschaftsunabhängig sind.

Die 1950 geborene Eveline Schulze, studierte Journalistin, war in den 80er Jahren bei der Kriminalpolizei Görlitz beschäftigt. Bisher legte sie "Mordakte Angelika M." (2007), "Kindsmord" (2009), "Liebesmord" (2010), "Mord in der Backstube" (2012), "Kindsleiche im Ofen" (2013), "Vaters Pistole" (2015) und "Die Tote auf den Gleisen" (2016) vor.

Hingehen!
Mittwoch , 28.September 2016, 18 Uhr.
Sanitätshaus Rosenkranz, Wilhelmsplatz 14, 02826 Görlitz.

Das Buch:
Kindsleiche im Ofen
Authentische Kriminalfälle aus der DDR
192 S. , brosch. , mit Abbildungen, 12,99 Euro
ISBN 978-3-360-02169-4

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Görlitz-Krimi

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Kommentare Lesermeinungen (3)
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Deutsche Demokratische Republik

Von Randolph Braumann am 26.09.2016 - 15:01Uhr
Nur noch eins.: In Sachen DDR gilt, was der damalige BRD-Außenminister Kinkel befohlen hat: "Sie muss deligitimiert werden." Dass es deshalb eine "ehemalige" DDR gibt, aber kein ehemaliges Drittes Reich und kein ehemaliges Kaiserreich und kein ehemaliges königliches Sachsen, sondern alles als jeweilige gescbichtliche Rrealität gesehen wird außer der "ehemaligen" DDR, ist lächerlich. Sage ich als Wessi, für den die DDR für ihre vierzig (oder so) Jahre eine Realität gewesen ist. Dass der Streit darüber eine "Fußnote der Weltgeschichte" ist (sage ich in Anführungstrichen, weil geklaut von LePen), ist meine Meinung. Je m'on fou.

"DDR": Hatte die Springer-Presse etwa Unrecht?

Von Thomas Beier am 26.09.2016 - 09:40Uhr
Hallo Randy, schön, wenn man über die Vergangenheit lachen kann. ;-)

Aber souverän als ein deutscher Staat war diese "DDR" in ihrer Abhängigkeit von der Sowjetunion ja nun wirklich nicht. Auch "demokratisch" und "Republik" treffen für eine Diktatur, die sich nur formal diesen Anstrich gab, nicht zu.

Guck mal hier, die Freunde von der Konrad-Adenauer-Stiftung (ausgerechnet!) bringen es schön auf den Punkt: http://www.kas.de/wf/de/71.6640/

Nix für Ungut, bis demnächst!

P.S.: Volle Souveränität hatten beide deutsche Nachkriegsstaaten nie, die kam erst mit der Wiedervereinigung, wenn ich das richtig sehe.

DDR in Anführungsstrichen

Von Randolph Braumann am 26.09.2016 - 09:15Uhr
Ihr seid schon witzig: Mit eurer DDR in Anführungsstrichen, 33 Jahre, nachdem selbst die Springer-Presse in der BRD darauf verzichtete: als Honi seinen offiziellen Staatsbesuch in Bonn gemacht hat, freudig empfangen von Helmut Kohl. Eben: zwei souveräne Staaten - ohne An- und Abführung. Aber, wie gesagt, ich find's witzig.

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  • Quelle: red | Foto: bykst / Kai Stachowiak, pixabay, Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 26.09.2016 - 06:43 Uhr
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