Görlitzer Handballer spielen in tschechischer Partnerstadt

Görlitzer Handballer spielen in tschechischer PartnerstadtGörlitz, 27.April 2017. Neu Titschein (Nový Jičín) und Görlitz sind seit 1981 Partnerstädte. Wenn sie am 20.und 21.Mai 2017 gegeneinander antreten, wird diese Partnerschaft keinesfalls gefährdet, eher gestärkt: Dann findet in Neu Titschein das internationale Handballturnier "Laudon Handball Cup" statt, bei dem 37 Mädchen- und Jungenmannschaften aus fünf Ländern in der nordmährischen Stadt gegeneinander antreten. Für Görlitz ist der SV Koweg mit seiner weiblichen und männlichen C-Jugend mit von der Partie.
Abbildung oben: Der zentrale Platz (Masaryk-Platz) in Neu Titschein (Nový Jičín), Foto: Mikko Virtaperko (Own work), 2006. Lizenz GFDL / CC BY-SA 3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0, via Wikimedia Commons.

Masaryk: Ein Name, der für tschechoslowakische Geschichte im 20. Jahrhundert steht

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Die KOWEG-Handballer mit Oberbürgermeister Siegfried Deinege (1. Reihe, 2.von rechts).

Die 26 Görlitzer Spielerinnen und Spieler freuen sich auf spannende Begegnungen. Sie treffen beispielsweise auf den prominenten Handballverein THW Kiel sowie den TJ Nový Jičín. Auch aus weiteren Partnerstädten Neu Titscheins reisen Mannschaften an, um am Turnier teilzunehmen, so zum Beispiel aus dem französischen Épinal, aus Schwientochlowitz (Świętochłowice) in Polen und aus dem baden-württembergischen Ludwigsburg.

Vorgestern fanden sich die Jugendlichen, begleitet von dem 1. Vorsitzenden des SV KOWEG Görlitz e.V. Peter Schäfer, Sportmanager Mario Ahnert sowie Abteilungsleiter Handball Helge Türkowsky gemeinsam mit Oberbürgermeister Siegfried Deinege am Abend vor dem Görlitzer Rathaus zusammen und stimmten sich schon mal auf die bevorstehende Reise ins nordosttschechische KuhländchenKuhländchen ein, die von der Stadtverwaltung Görlitz mitfinanziert wird.

Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege wäre wohl am liebsten selber mitgefahren, musste sich ber auf Worte beschränken: "Ich freue mich für unsere Jugend, dass sie auf diesem Weg unsere schöne Partnerstadt kennenlernen können und dabei unsere Stadt vertreten. Ich wünsche allen Spielerinnen und Spielern eine spannende, ereignisreiche und unvergessliche Fahrt verbunden mit einem schönen Turnier. Ich hoffe, dass sie mir von ihren Eindrücken berichten werden." Auch Sportmanager Mario Ahnert ist von Vorfreude erfüllt: "Ich finde es toll, dass die Stadt Görlitz mit so einer leistungssportlichen Visitenkarte präsentiert wird und verspreche, Görlitz bestens zu vertreten. Für die Jugendlichen freue ich mich, dass sie diese Reise antreten können und ihnen damit ein weiterer, sehr wertvoller internationaler Baustein in ihrer persönlichen und sportlichen Entwicklung angeboten werden kann."

Neben ihrer Teilnahme am Laudon Cup werden die Görlitzer Sportler auch die Stadt mit ihrem aus dem Mittelalter erhaltenen Stadtzentrum kennenlernen, bei einer Stadtführung auch das beeindruckende Denkmäler-Ensemble auf dem Hauptplatz, dem heutigen Masaryk-Platz (Masarykovo Namesti).

Masaryk?

Benannt ist der Hauptplatz in Neu Titschein heute nach Jan Masaryk, seit den 1930er Jahren Diplomat und nach dem Zweiten Weltkrieg tschechischer Außenminister.

Vielleicht ist es augenzwinkernder Humor, dass bei der Namensgebung für den Platz der Vorname weggelassen wurde, denn Jan Masaryks Vater TomᚠGarrigue Masaryk, Sohn einer deutschen Bauerntochter und Köchin und eines slowakischen Kutschers, war ein bedeutender tschechischer Philosoph, Schriftsteller und Politiker. Spekuliert wird jedoch auch, Masaryk Senior könnte ein unehelicher Sohn Kaiser Franz Josephs sein, weshalb 2017 ein DNA-Abgleich durchgeführt wird.

Während des Ersten Weltkriegs war Edvard Beneš einer seiner engsten Mitarbeiter, ab 1918 wurde TomᚠGarrigue Masaryk mehrfach zum Präsienten der tschechoslowakischen Republik gewählt. Obwohl er sich bei den Verhandlungen zur Staatsgründung in Bezug auf die sudentendeutsche Bevölkerung ungeschickt geäußert hatte, genoss er unter den Sudentendeutschen Ansehen – nicht nur wegen seiner Muttersprache Deutsch, sondern vor allem wegen seiner von einem liberalen und demokratisch geprägten Humanismus gekennzeichneten integrativen Politik gegenüber den Minderheiten von Deutschen, Slowaken, Ungarn und Ukrainern.

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  • Quelle: red | Foto: Silvia Gerlach, Stadtverwaltung Görlitz
  • Zuletzt geändert am 27.04.2017 - 08:02 Uhr
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