Beißt der Wolf, zahlt die EU
Brüssel (Bruxelles). Die Europäische Kommission hat am 24. Februar 2010 die Entschädigung von gewerblichen Nutztierhaltern in Sachsen bei Schäden durch den Wolf genehmigt. „Ich freue mich, dass unser Bemühen in Brüssel über eine rechtliche Regelung der Entschädigung erfolgreich war. Erstmals hat die Kommission damit in der EU eine Beihilfe zum Ausgleich für Schäden durch dieses Raubtier zugelassen. Ein wichtiger Erfolg für Sachsen und seine Tierhalter in der Wolfsregion, die auch den anderen Bundesländern helfen wird“, kommentiete Sachsens Umweltminister Frank Kupfer die Entscheidung.
Voller finanzieller Schadenersatz für Nutztierhalter
Mit der Genehmigung können künftig auch alle gewerblichen Nutztierhalter die Wolfsschäden in vollem Umfang ersetzt bekommen. Bis zu 7.500 Euro innerhalb von drei Jahren zu 100 Prozent, darüber hinaus zu 80 Prozent. „Dennoch erhalten die Betroffenen Landwirte eine Entschädigung für den gesamten Schaden. Denn die fehlenden 20 Prozent werden von der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe übernommen“, ergänzte Kupfer.
Bisher war die staatliche Entschädigung auf 7.500 Euro innerhalb von drei Jahren begrenzt. Bei allen Hobbytierhaltern erfolgt die Übernahme der Schäden nach wie vor zu 100 Prozent aus staatlichen Mitteln. „Sobald uns die Genehmigung der Kommission schriftlich vorliegt, werde ich die neue Richtlinie dem Kabinett zur Verabschiedung vorlegen“, hat der Minister die Dringlichkeit erkannt. Schließlich gibt es in Sachsen derzeit rund 16.800 Schaf- und Ziegenhalter, von denen ungefähr 250 ihr Haupteinkommen durch die Herdenschäferei erwerben. Im Wolfsgebiet werden rund 20.000 Schafe gehalten, etwa ein Sechstel des gesamten Schafbestandes im Freistaat.
Und der Wolf ist Wolf, weil er erlegt . . .
In diesem Jahr gab es in Sachsen bisher einen Vorfall, bei dem zwei Schafe von einem Wolf getötet wurden. 2009 wurden bei zehn Wolfsattacken 22 Schafe getötet. Insgesamt gab es seit der Rückkehr des Wolfes in der sächsischen Lausitz 61 Wolfsangriffe mit 225 toten und neun verletzten Nutztieren. Die betroffenen Schäfer erhielten dafür eine Entschädigung von zusammen rund 37.000 Euro.
Isegrimm auf dem Vormarsch
Nach rund hundert Jahren ohne Wolfspopulation wurde 1996 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz bei Bad Muskau im Norden des heutigen Landkreises Görlitz der erste Wolf bestätigt, der ein eigenes Territorium besiedelt hatte. Im Jahr 2000 wurden erstmals Welpen auf sächsischem Gebiet geboren. Seitdem hat sich die Zahl der hier lebenden Tiere auf 40 bis 45 in insgesamt fünf Wolfsrudeln erhöht.
Im Mai 2009 hat der Freistaat Sachsen einen „Managementplan für den Wolf in Sachsen“ beschlossen. Darin wurden erstmals der rechtliche Rahmen, Zuständigkeiten und der Umgang mit dem Wolf zusammengefasst.
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- Quelle: red
- Zuletzt geändert am 25.02.2010 - 00:25 Uhr
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