St. Marienthal: Alle IBZ-Gebäude saniert

St. Marienthal: Alle IBZ-Gebäude saniertOstritz | St. Marienthal, 14. Dezember 2017. Es ist vollbracht: Nach 20 Jahren Zeit des Planens und Bauens sind nun alle Gebäude des Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ) saniert, nur in zwei Gebäuden stehen noch Innenarbeiten aus. In der vergangenen Woche wurde die Außenhaut des früheren Kloster-Pferdestalls instandgesetzt. Mit diesem Gebäude ist das letzte der 15 denkmalgeschützten ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Zistersienserinnen-Klosters von außen saniert. Sie alle sind vom IBZ per Erbbaurechtsvertrag vom Kloster St. Marienthal gepachtet.
Abbildung oben: Der jetzt fertiggestellte alte Pferdestall. Davor ein Denkmal für Papst Johannes Paul II.

Dr. Schlitt: "Schöner als je zuvor!"

Dr. Schlitt: "Schöner als je zuvor!"

Die Luftaufnahme aus dem Jahr 2013 zeigt rechts (im Süden) das eigenliche Kloster. Fast alle anderen Gebäude werden vom IBZ genutzt und bewirtschaftet. Links unten die Lausitzer Neiße, die heute Sachsen mit Polen verbindet.

Beim ehemaligen Pferdestall wurde der Außenputz, die Elektrik, der Blitzschutz und ein Teil des Dachtragwerks erneuert. Das Gebäude erhielt einen neuen Farbanstrich und es wurde eine Mauerwerksabdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit und Hangwasser angebracht. Zusätzlich wurden drei Räume im Inneren des Gebäudes saniert. Nun werden im früheren Stall Hochwasserschutzelementen und Baumaterialien gelagert. Außerdem sind die Dienstfahrzeuge des IBZ dort untergebracht. Die Baukosten für die Sanierung allein dieses Gebäudes lagen bei rund 120.000 Euro. Darüber hinaus wurden von den Hausmeistern des IBZ zahlreiche Arbeiten in Eigenleistung erbracht.

Neben dem ehemaligen Pferdestall wurden seit 1994 folgende Gebäude des IBZ von außen saniert:

  • Kuhstall (heute: Celsa-Pia-Haus),
  • Getreidemühle und Mühlenscheune (heute: Gästehaus St. Franziskus),
  • Kanzleigebäude (heute: Gästehaus St. Hedwig),
  • Kälberstall und Rinderstall (heute Gästehaus St. Clemens),
  • Stutenstall (heute: Werkstatt),
  • Tischlerei (heute: Winzerraum sowie Raum für "Spiel und Sport"),
  • Fachwerkhaus (heute: Elektro- , Heizungs- und Brandmeldezentrale),
  • Beamtenhaus und Altstädter Hof (heute: Mietwohnungen),
  • Sägewerk (heute: Schausägewerk),
  • Wagenremise (heute: Haus der Familie)
  • Brauerei (heute: Gästeempfang und Büros).

Dr. Michael Schlitt, Vorstandsvorsitzender des IBZ, sagte dazu: "Zu Beginn der Sanierungsarbeiten Mitte der 1990er Jahre hat kaum jemand daran geglaubt, dass diese ehemaligen Klostergebäude so gut saniert werden. Heute sind diese Gebäude vermutlich schöner als je zuvor in der Geschichte des Klosters. Und wir schauen voller Stolz und Dankbarkeit auf das Erreichte."

Die Gesamtkosten für die Sanierung der heutigen IBZ-Gebäude lagen bei ungefähr 16 Millionen Euro. Dem IBZ war es gelungen, mit innovativen Nutzungskonzepten aufzuwarten – Grundlage dafür, schrittweise von der öffentlichen Hand (EU, Bund und Freistaat Sachsen) sowie von Stiftungen finanzielle Zuwendungen zu erhalten. Dr. Schlitt: "Mehr als zehn Stiftungen haben sich an den Baukosten beteiligt, allen voran die Deutsche Bundesstiftung Umwelt Osnabrück, die allein mehrere Millionen Euro bereitgestellt hat. Es gibt in Deutschland nur wenige Orte, an denen sich so viele Stiftungen gleichzeitig engagiert haben."

Von den gelösten Problemen bei den Bauarbeiten kann der seit 2010 vom IBZ mit der Planung und Überwachung von Arbeiten beauftragte Dr. Andreas Bednarek aus Bernstadt ein Lied singen: "Bei den 15 Gebäuden des IBZ handelt es sich um ein Flächendenkmal von nationaler Bedeutung. Wir mussten bei der Planung und Ausführung der Arbeiten mit einem Höchstmaß von Sorgfalt und Einfühlungsvermögen in die alte Bausubstanz vorgehen. Dabei hat die Abstimmung mit dem Sächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde bestens geklappt. Auch die Firmen, die fast alle aus der näheren Umgebung kamen, haben hervorragende Arbeit geleistet."

Ein Ort für Bildung und Tagungen

Heute werden die IBZ-Gebäude insbesondere für die Bildungsarbeit und als Tagungszentrum genutzt. Die Kundschaft dafür reicht von Touristen über Firmen und Vereine. Das Kloster liefert dafür eine großartige Kulisse, nimmt aber sonst keinen Einfluss. Dr. Schlitt macht das deutlich: "Unser Haus ist für alle Menschen offen. Wir fragen weder nach Religion, Nation oder Weltanschauung."

Insgesamt stehen für Gäste 150 Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung, die vom Einzelzimmer mit Drei-Sterne-Standard bis hin zu Vierbettzimmern und Schlafsälen im gehobenen Jugendherbergsstandard reichen. Im Internet wird das IBZ auf Hotelportalen regelmäßig mit Bestnoten bewertet. Für die Veranstaltungen verfügt das IBZ über zwölf Seminar- und Tagungsräume für bis zu 250 Personen. Das komplette Spektrum moderner Tagungstechnik bis hin zur Simultandolmetscheranlage ist selbstverständlich vorhanden.

Und innen?

Auch von innen ist die Sanierung der IBZ-Gebäude inzwischen so gut wie abgeschlossen, nur die ehemalige Tischlerei und das ehemalige Beamtenhaus sind noch nicht ganz fertig – eine Frage des Geldes. Doch Dr. Schlitt denkt in Lösungen und verspricht: "Sobald die Finanzierung für diese Sanierungen steht, wollen wir auch diese Arbeiten in Angriff nehmen."

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  • Quelle: red | Quelle der Bilder: IBZ St. Marienthal
  • Zuletzt geändert am 14.12.2017 - 15:22 Uhr
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