Deinege will kandidieren
Görlitz. Jetzt ist es also raus: Der ehemalige Bombardier-Werkleiter Siegfried Deinige will beruflich zurück nach Görlitz - und das als Oberbürgermeister! Ins Rennen geschickt werden soll er vom "Oberbürgermeister-Wahlbündnis" bestehend aus CDU, FDP, dem Verein Bürger für Görlitz und den Bündnisgrünen.
Stänker meint: Schau´n wir mal

Von links: Siegfried Deinige, Michael Kretzschmar, CDU, MdB, Ministerpräsident Stanislaw Tillich, CDU, Oberbürgermeister Joachim Paulick.
Kleines Bild: Links Volker Bandmann, CDU, MdL. Archivbilder 2008: BeierMedia.de
Als der damalige Hochschulprofessor Dr. Rolf Karbaum (Görlitzer Oberbürgermeister von 1998 bis 2005) sich zur Kandidatur für den Oberbürgermeisterposten entschloss, fragte mich ein Görlitzer Unternehmer: "Warum tut der sich das bloß an?" Er spielte damit darauf an, dass Görlitz und insbesondere der Stadtrat eine großartige Tradition haben, Oberbürgermeistern das Leben schwer zu machen.
Siegfried Deinige, der charismatische Manager, dürfte hingegen wissen, worauf er sich einlässt. Wenn er etwas bewegen konnte, ist er kommunalpolitischen Anliegen noch nie aus dem Weg gegangen. Ein Stück weit kennt er also seine Pappenheimer.
Und trotzdem: Wenn eine hervorragende Führungskraft als Manager in der Wirtschaft arbeitet, kann sie sich ein professionelles ergebnisorientiertes Umfeld aufbauen. In einer gleichfalls professionell orientierten Verwaltung hingegen dürften Deinege per sé ganz ungewohnte Widerstände und Reibungsverluste entgegentreten. Vor allem darf prognostiziert werden, dass auch mit CDU, FDP, dem Bürgerverein und den Bündnisgrünen - eine erfolgreiche Wahl vorausgesetzt - schnell Differenzen, geboren aus Sachzwängen, eintreten würden.
Ob der bisherige Oberbürgermeister Joachim Paulick erneut zur Wahl antritt, ist noch offen. Falls er kandidiert, kann er auf Erfolge - wie beipielsweise die Haushaltskonsolidierung - in einem widrigen Umfeld verweisen.
Das gleiche Umfeld, das auch Deinige erwartet. Seine Sympathisanten hoffen, dass er damit besser zurecht kommt. Schau´n wir mal.
Beruhigend ist in jedem Falle, dass überhaupt noch jemand bereit ist, in Görlitz als Oberbürgermeister zu kandidieren,
meint Ihr Fritz R. Stänker
Der Görlitzer Anzeiger berichtete:
Am 2. Juli 2010: Verlust für die Region
Am 30. Juni 2010: Deinege geht - schade!
Am 18. Juni 2010:
Oberbürgermeister übermittelt Glückwünsche an Görlitzer Bombardierwerk
Am 1. Juni 2008: Tillich im Waggobau-Altwerk
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- Quelle: Fritz Rudolph Stänker | Archivbilder 2008: BeierMedia.de
- Zuletzt geändert am 29.10.2011 - 11:17 Uhr
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