Görlitz bittet um mehr Fluthilfe für Unternehmen

Görlitz-Zgorzelec | Dresden. Der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick und die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH, haben den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich sowie den Görlitzer Bundestagsabgeordneten Michael Kretschmer um weitere Hilfen und Zuschüsse für speziell von der Flut betroffene Unternehmen gebeten.

Sächsische Pro-Kopf-Hilfe ist gering

Neben den rund 1.250 betroffenen Privathaushalten im Stadtgebiet haben mehr als 30 Unternehmen durch die Flutkatastrophe Anfang August Schäden in unterschiedlicher Höhe erlitten. Auch sie brauchen dringend Hilfe, denn die Schadenssummen fallen hier noch deutlich höher aus und Folgeschäden wären unter Umständen zu erwarten. Zudem ist die wirtschaftliche Existenz einiger Unternehmen sowie ihrer angestellten Arbeitnehmer stark gefährdet. Die Region bildet mit einer hohen Arbeitslosenquote noch immer bundesweit das Schlusslicht auf dem Arbeitsmarkt. Das Wegfallen weiterer Arbeitsplätze wäre somit keinesfalls zu verkraften.

Der Tourismusbereich ist beispielsweise eine der Wachstumsbranchen in der strukturschwachen Grenzregion. Gerade in der Stadt Görlitz lag die Steigerungsrate im Übernachtungsbereich in den letzten drei Jahren bei 30 Prozent. Gerade dieser Sektor hat jedoch die stärksten Einschnitte infolge der Augustflut zu erwarten. Es könnte eine fatale Kettenreaktion auslösen, wenn es zu Insolvenzen und damit verbunden zum Ausfall von Kapazitäten kommen würde.

Sächsische Pro-Kopf-Hilfe reicht nicht

Aus den fünf Millionen Euro Soforthilfe, die der Freistaat Sachsen gewährt hat, entfallen auf Görlitz rund 540.000 Euro, die auf betroffene Privathaushalte und die geschädigten Unternehmen bzw. Selbständige verteilt werden können. Das entspräche durchschnittlich ca. 430 Euro pro Geschädigtem. Als Folge des geringen Betrags soll die Soforthilfe voraussichtlich insbesondere auf private Härtefälle verteilt werden.

Die Stadt Görlitz und die Europastadt GmbH appellieren deshalb an alle Kammern und Verbände, sich auch und insbesondere für eine Ausweitung der Fluthilfe für betroffene Unternehmen stark zu machen.

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  • Quelle: red
  • Zuletzt geändert am 24.08.2010 - 22:30 Uhr
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