Der laute Riese wird leiser
Türchau (Turów). Das beschauliche Hirschfelde, ein Ortsteil von Zittau, hat ein Problem: Das ist der Lärm aus dem nahegelegenen Braunkohle-Großkraftwerk Türchau. Am 9. Juni 2009 hat Sachsens Umweltminister Frank Kupfer gemeinsam mit dem Vizemarschall der Wojewodschaft Niederschlesien Stanisław Longawa die Baumaßnahmen für den erweiterten Lärmschutz im Kraftwerk gestartet. Dessen Betreiber, die Polska Grupa Energetyczna S.A. (Polnische Energetische Gruppe A.G.), folgte damit dem Drängen des sächsischen Umweltministeriums, nachdem es immer wieder Beschwerden über Lärmbelästigungen aus der grenznahen Bevölkerung gab. „Unser intensives Bemühen hat sich endlich gelohnt. Ich danke den verantwortlichen Politikern von Niederschlesien für ihre Unterstützung und der Kraftwerksleitung für ihre Kooperation. Der heutige Tag ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für den sächsischpolnischen Umweltschutz“, hob Kupfer die Bedeutung des Baustarts hervor.
Belüftungsanlagen sind Hauptlärmverursacher

Bis zum Jahr 2011 soll das polnische Kraftwerk deutlich leiser werden.
Archivbilder: BeierMedia.de
Trotz einer ganzen Reihe von Lärmschutzmaßnahmen im Kraftwerk in den vergangenen Jahren ergab eine Schallquellenanalyse im Herbst 2008 Grenzwertüberschreitungen in etwa einem Drittel aller Nächte in der Region um Hirschfelde. Als dominante Lärmquellen wurden vor allem die Belüftungsanlagen auf den Dächern der Kraftwerksblöcke lokalisiert.
Dort sollen nun spezielle Schalldämpfer für deutlich geringere Betriebsgeräusche sorgen. Die Arbeiten werden 2011 abgeschlossen sein. Außerdem sicherte der Kraftwerksbetreiber heute zu, nach weiteren Lärmquellen zu suchen. Diese sollen dann bis spätestens 2013 beseitigt werden.
Bessere Luft, mehr Lärm
Das Kraftwerk Türchau liegt nur wenige hundert Meter von den sächsischen Orten Hirschfelde und Rosenthal im Landkreis Görlitz entfernt. In den Jahren 1998 bis 2004 wurden sechs von zehn Kraftwerksblöcken abgerissen und durch neue ersetzt. Dadurch wurde die Luftbelastung durch Schwefeldioxid um 84 Prozent und durch Staub um 96 Prozent reduziert.
Die neuen Blöcke verursachten jedoch erheblich höhere Betriebsgeräusche. Daraufhin gab das Sächsische Umweltministerium 2006 umfangreiche Langzeit-Lärmimmissionsmessungen in Auftrag. Diese belegten vor allem nachts Überschreitungen der in Deutschland geltenden Richtwerte von 45 Dezibel.
Im Rahmen einer ersten Lärmsanierungsstufe wurden vom Kraftwerksbetreiber bis 2007 zahlreiche Maßnahmen zur Schallminderung durchgeführt. Da diese hauptsächlich an bodennahen Lärmquellen ansetzten, änderte sich die Lärmsituation in Hirschfelde/Rosenthal aber kaum.
Früchte der Zusammenarbeit
In enger Zusammenarbeit zwischen dem Sächsischen Umweltministerium, dem Marschallamt der Wojewodschaft Niederschlesien und dem Kraftwerksbetreiber fanden 2008 und 2009 weitere Untersuchungen zur Immissionssituation statt. Diese Ergebnisse waren Grundlage der jetzt gestarteten Investitionen.
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- Zuletzt geändert am 09.06.2010 - 11:46 Uhr
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