Links und rechts der Neiße
Görlitz-Zgorzelec. Wenn einer eher skurrilen Randpartei in Deutschland gelungen sein sollte, eine produktive Diskussion zum Zusammenwachsen von Polen und Deutschen an Neiße und Oder zu provozieren, dann ist das wohl das sprichwörtliche "Gute am Schlechten". Aber offenbar kann nicht jeder mit der Freiheit, aufeinander zu zu gehen, auch wirklich umgehen. Mag sein, dass die plötzliche Nähe und Zweisamkeit zu ungewohnt ist. Mag sein, dass erst die Generation, die heute noch deutsch-polnische Kindergärten besucht, ein Zusammenleben wie an der deutsch-französischen oder holländischen Grenze erleben wird. Aber lassen wir uns auf dem Weg dorthin, zu solch normaler guter Nachbarschaft, nicht aufhalten.
Gräben zuschütten oder Gräben aufreißen - Fritz R. Stänker kommentiert
Seltsamerweise gibt es auf beiden Seiten des Neißeflusses schon wieder Menschen, die der schrittweisen Annäherung mit verstärktem nationalen Stolz und verquasten Ehrbegriffen begegnen. Da werden Klischees ausgebuddelt, über die auf beiden Seiten der Neiße nach zwei oder drei Generationen endlich Gras gewachsen ist - auf das sie ungestört bis in alle Ewigkeit ruhen mögen.
Der Görlitzer Anzeiger mit seinen Schwesterausgaben für Bautzen, Weißwasser und Zittau wird sich nicht zum Sprachrohr solcher Grabenaufreißer machen lassen. Wieviel persönliche Entwicklungsreserven haben wohl Leute, die Leserbriefe folgenden Inhalts veröffentlichen lassen möchten: "(...) sind faul, dumm und dreckig, schlagen die Frauen (...) Verharmlosungs-Beiträgen hier auf der Plattform (...) kommerziellen "Larifarischriften" der lokalen Printpresse (...) dummen Presseleuten deutscher Zeitungen (...) wird nun endgültig Schluss gemacht in Görlitz/Zgorzelec (...) Politik & Justiz in Deutschland ist ohne die Hilfe aus Polen nicht fähig (...)"
Die Autoren - von beiden Seiten der Neiße - erkennen sich sicher wieder. Das ist sicherlich nicht die Form des Umgangs miteinander, die die allermeisten Bewohner der Neißeregion wünschen.
Ob nun Pawel, Jirka oder Max - die wichtigen Ansprüche sind doch überall die selben: Arbeit, eine Perspektive für die Kinder, Gesundheit, friedliche Nachbarn, ein paar schöne Tage im Urlaub, ein sinnerfülltes Leben.
Leute, lasst Euch nicht manipulieren,
rät Ihr Fritz R. Stänker
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- Quelle: /Fritz Rudolph Stänker
- Zuletzt geändert am 14.08.2009 - 20:45 Uhr
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