Langer Weg nach Wyschgorod
Görlitz-Zgorzelec | Wyschgorod (Вишгород, Ukraine). Abschiedsstimmung im Landratsamt - Landrat Bernd Lange sucht neue Kontakte und fliegt deshalb am 28. Mai 2009 mit einer hochrangigen Delegation des Landratsamtes an den Dnjepr. Kunst, Kultur und Wirtschaft sollen von der Reise profitieren. Mit von der Partie werden deshalb sein der Kulturamtsleiter Joachim Mühle, Lars Neitzel von der Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien (MGO) und Stephan Meyer, Ansprechpartner für Europafragen im Landratsamt Görlitz. Eingeladen hat der Wyschgoroder Landrat Yaroslaw Moskalenko.
Über die Kultur die Tür zur Wirtschaft öffnen
Im Gepäck haben die Ostlandreisenden eine Strategie, wie man mit den Ukrainern letztlich ins Geschäft kommen will. „Wir möchten gern über Kunst und Kultur unsere Wirtschaftskontakte intensivieren“, verrät Lange wenige Tage vor der Abreise. Unter anderem hat er eine Zusammenarbeit für die Sächsische Landesausstellung „via regia“ im Jahr 2011 im Auge. Die mittelalterliche via regia (Königsstraße) verlief schließlich von Kiew, das etwa zwanzig Kilometer südlich von Wyschgorod liegt, bis nach Santiago de Compostela in Spanien.
Die Zeit ist knapp bemessen, denn schon nach zwei Tagen geht es zurück. Auf dem Plan steht beispielsweise der Besuch einer Kunstschule für Kinder und Jugendliche. Zudem wird es Gespräche mit Wirtschaftsverbänden geben, um Möglichkeiten für Kooperationen zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen auszuloten. „Vorstellbar ist zum Beispiel eine Kooperation im Energiebereich mit der Hess Lichttechnik AG Löbau für energieeffiziente Beleuchtung in Kommunen. Da bietet sich in Osteuropa ein großes Potenzial“, ist sich der Landrat sicher.
Die Kontakte nach Wyschgorod sind über den Verein Tschernobylhilfe Niesky e. V. zustande gekommen. Dieser leistet schon seit Jahren humanitäre Hilfe im Krankenhaus Wyschgorod, in der Invalidenkinderorganisation „Kwiaty Polyny“ in Kiew und im Waisenhaus in Shukino.
Der Görlitzer Anzeiger berichtete:
http://www.goerlitzer-anzeiger.de/goerlitz/politik/3630_ost-orientierung.html
Hintergrund:
Die Sachsen und Niederschlesier zieht es in exotische Regionen. Weiland Georg Milbradt nach Baschkortostan, Stanislaw Tillich in die benachbarte Wolgarepublik Tatarstan, beides Ölregionen am Südural. Und nun Landrat Bernd Lange in den Rajon Wyschgorod.
Wyschgorod liegt uns am nächsten. Dort, wo heute der Zgorzelecer Kreisverkehr die Kunden in die Märkte und Einkaufscenter verteilt stand bis vor wenigen Jahren der entsprechende Wegweiser: Kiew 1.200 km.
Was zeichnet nun Wyschgorod aus? Wer die Gnade des Russisch-Unterrichts hatte und - weil man nun eh drinsitzen musste - aufgepasst hat, der kann leicht erraten, dass es sich um eine etwas höher gelegene Stadt handelt. Sie liegt am Dnjepr am südlichen Ende des Kiewer Meeres. Hoffentliche wissen die Reisenden, dass am Nordende dieses Stausees Tschernobyl liegt.
Der Stausee speist das Dnjepr-Kraftwerk mitten in Wyschgorod, das Angang der sechziger Jahre mit Weltbank-Krediten errichtet wurde und heute der wirtschaftliche Überlebensgarant der Region ist. Es ist das kleinste der Dnjepr-Kraftwerke. Kurz vor der Jahrtausendwende schrieben knapp zwei Drittel aller Betriebe der Region Verluste.
Die Bevölkerungszahl der Stadt hat sich seit den siebziger Jahren auf heute etwa 25.000 verdoppelt.
Für eine Städtepartnerschaft dürfte es zu spät sein, denn die besteht schon zur Gemeinde Eichenau in Bayern. Auch zu Lörrach und Sens (Frankreich) gibt es freundschaftliche Beziehungen.
Aus der deutschen Wirtschaft ist die Henkel Bautechnik GmbH, Düsseldorf, schon allhie.
Selber gucken:
http://vyshgorod.osp-ua.info/
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- Quelle: /TEB
- Zuletzt geändert am 25.05.2009 - 23:12 Uhr
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