Weniger Lärm am Kraftwerk Turów?
Hirschfelde | Türchau (Turów). Die Bewohner von Hirschfelde im Landkreis Görlitz können möglicherweise schon bald ruhiger schlafen. Die Betreiber des Kraftwerkes im polnischen Turów haben bei einer Beratung mit Vertetern des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft und des Marschallamtes in Breslau (Wrocław) in dieser Woche eine Prüfung der Ergebnisse gemeinsamer Messungen zugesagt. Auf Grundlage der Messergebnisse sollen Lärmsanierungsmaßnahmen erfolgen.
Umweltministerium verhandelt mit Partnern in Polen
„Unser zähes Bemühen zeigt damit erste Erfolge“, freut sich Sachsens Umweltminister Frank Kupfer. „Die Bewohner von Hirschfelde klagen schon seit Langem zu Recht über den monotonen Lärm aus dem benachbarten Kraftwerk. Nun werden sich unsere polnischen Nachbarn des Problems aktiv annehmen.“ Sachsen werde bei der Lärmsanierung helfen. So würden derzeit gemeinsame Finanzierungsmöglichkeiten im Rahmen des Ziel 3 Programmes - das sind Fördermittel der EU - geprüft.
Vermehrte Beschwerden über das Kraftwerk hatte es seit 2004 nach dem Abschluss der Modernisierung gegeben. Bereits 2006 hatte das damalige Landesamt für Umwelt und Geologie (LfUG) bei Langzeitmessungen in Hirschfelde in jeder dritten Nacht deutliche Überschreitungen der Richtwerte festgestellt. Eine weitere Messreihe wurde 2008 gemeinsam mit polnischen Behörden und Experten durchgeführt und ausgewertet. Sowohl nach polnischem als auch nach deutschem Recht liegen danach zeitweise Überschreitungen der zulässigen Immissionsrichtwerte vor.
„Umweltprobleme machen an Staatsgrenzen nicht Halt. Wir müssen gemeinsam mit unseren Nachbarn nach Lösungen suchen. In Turów sind wir dabei ein Stück vorangekommen“, so der Minister. Die Kraftwerksleitung hat bei den Gesprächen ebenfalls zugesagt, dass beim vorgesehenen Ersatz von drei Kraftwerksblöcken eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung stattfinden soll. „Das ist der richtige Weg. So werden Probleme vermieden, die sich später nur mit viel Mühe lösen lassen“, so Kupfer abschließend.
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- Quelle: /red
- Zuletzt geändert am 26.04.2009 - 21:18 Uhr
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