Grüne gegen Genmais
Bautzen / Budyšín | Pulsnitz | Steina | Oberlichtenau . Woanders ist der Anbau des genmanipulierten Maises längst verboten, doch einige Landwirte im Landkreis Bautzen schreckt das nicht ab: Sie zeigen Verbotsländern wie Österreich, Ungarn, Griechenland, Polen, Rumänien und Frankreich die sprichwörtliche Harke. Bisher sind bereits 214,5 ha in der Region Pulsnitz, Steina und Oberlichtenau für den Anbau von gentechnisch veränderten Mais namens MON 810 geplant.
Viele betroffenen - Gemeinde Steina reagiert
Sicher ist es für den Landwirt von Vorteil, wenn die Pflanze gleich ihr eigenes Gift gegen Schädlinge produziert. Doch so hat es die Natur nicht vorgesehen. Im Experiment wurde nachgewiesen, dass mit Genmais gefütterte Mäuse eine signifikant beeinträchtigte Fruchtbarkeit haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine der wenigen Langzeitstudien zu Gentechnik, die vom österreichischen Gesundheitsministerium veröffentlicht wurde.
Betroffen sind aber nicht nur Konsumenten, auch Bienenzüchter der Region dürften sich Sorge machen. Zum einen sammeln Bienen gezielt Maispollen und verwenden sie für die Aufzucht der Brut. Eine gesundheitliche Gefährdung der Bienen kann durch das in den Pollen enthaltene Toxin nicht ausgeschlossen werden kann. Außerdem landet MON810-Pollen im Honig und dieser kontaminierte Honig darf nicht in den Verkauf gelangen.
Die Gemeinde Steina hat reagiert und bei der Verlängerung des Pachtvertrages für gemeindeeigene Felder eine Klausel im Pachtvertrag aufgenommen, die den Anbau von genmanipulierten Saatgut untersagt. Der Kreisverband Bautzen von Bündnis 90/Die Grünen begrüßt dieses Vorgehen und fordert die Kommunen des Landkreises Bautzen auf diesem Beispiel zu folgen, da dies offenbar der einzige Weg ist, um den Anbau zu stoppen. Da die Folgen von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) nicht absehbar sind, kann es nur ein Ziel geben: eine agrogentechnikfreie Lausitz. Verbraucher, Natur und Umwelt müssen vor unnötigen Risiken geschützt werden. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung und wir hoffen, dass dieses positive Beispiel noch viele Nachahmer findet." so Jörg Stern, Vorsitzender des Kreisverbandes Bautzen.
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- Zuletzt geändert am 21.01.2009 - 02:53 Uhr
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