FDP sucht Funklöcher: Funklochmelder online

FDP sucht Funklöcher: Funklochmelder onlineLandkreis Bautzen, 8. September 2017. Der FDP-Kreisverband Bautzen sucht Aufmerksamkeit nicht allein mit drögen Wahlkampfveranstaltungen, sondern müht sich vorbildlich, das Eigennützliche mit dem Guten für die Allgemeinheit zu verbinden. Der Kampf des Kreisverbands gilt den Funklöchern im Landkreis Bautzen. Mittels Webseite sitzt auch die Digitalisierung im Boot.
Abbildung: Sich zur Besprechung schnell mal im Funkloch treffen? Das wird schwierig.

Funklöcher sind ein Infrastrukturmangel

Funklöcher sind ein Infrastrukturmangel

Datennetzbasierte Navigationssysteme entfalten ihre volle Leistungsfähigkeit erst dann, wenn das Funknetz anliegt.

Thema: Parteien

Parteien

Die politischen Parteien werden insbesondere bei nahenden Wahlen munter, versenden in Quantität und Qualität höchst unterschiedliche Pressemitteilungen und versuchen, ihre Gesichter auf Pressefotos zu platzieren oder anderweitig in gutem Licht erwähnt zu werden. Der Görlitzer Anzeiger möchte derart parteibezogene oder gar höchst parteiliche Mitteilungen seinen Lesern nicht vorenthalten, weist aber darauf hin, dass kein Anspruch auf Veröffentlichung besteht, die Parteimeldungen bearbeitet und gekürzt werden können und vor allem die Kommentare – sowohl zustimmende wie auch kritisierende – keinesfalls linientreu ausfallen werden. Nun denn.

Wer kennt das nicht: Da hat man nun eine Freisprechanlage in seinem Auto, aber Sinn macht die immer nur zwischen den Funklöchern. Schlimmer noch, wer in einem der im Landkreis Bautzen verbreiteten Funklöcher lebt oder seinen Arbeitsort hat. Auch der Zugang zum mobilen Internet, vor allem zum schnellen LTE-Standard, sollte heutzutage Teil der digitalen Grundversorgung sein.

Anstelle aufwändiger und teurer Studien hat die FDP im Landkreis Bautzen mit der Website www.funkloch-bautzen.de einen pragmatischen Lösungsansatz realisiert. Laut Kreisvorsitzendem Mike Hauschild wolle man damit ganz gezielt Gebiete ohne Handyempfang identifizieren, indem betroffene Bürger die Funklöcher über die Website erfassen. Eine Landkarte zeigt dort an, in welchen Gegenden das Handy garantiert nicht klingelt und man endlich mal nicht erreichbar ist.

Hauschild erlebt den Landkreis Bautzen als handyfunkmäßig noch immer unterversorgt: "Gerade unser Landkreis leidet vielerorts unter schlechter Netzabdeckung. Dabei geht es nicht nur um schnelles mobiles Internet, sondern zunächst darum, während einer Autofahrt überhaupt unterbrechungsfrei telefonieren zu können." Weitere Argumente, die auf der Hand liegen, steuert Torsten Herbst, Bundestagsdirektkandidat im Wahlkreis 156 – Bautzen I, bei: "Eine moderne digitale Infrastruktur entscheidet heute mit über die Attraktivität des Landkreises als Wohn- und Wirtschaftsstandort. Hinzu kommt: Ein leistungsfähiges Handynetz kann im Notfall dazu beitragen, Leben zu retten."

Die Freidemokraten wollen die Funkloch-Meldungen bis Ende Oktober 2017 sammeln und auf dieser Basis eine umfassende Karte der unterversorgten Gebiete erstellen. Mit dieser will die FDP dann bei den Netzbetreibern vorstellig werden.

Übrigens:
Den Ort seines ganz persönlichen Funkloch-Erlebnisses kann man auf der genannten Webseite auch anonym angeben.

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  • Quelle: red | Foto am Tisch: rawpixel, Foto im Auto: StockSnap, beide pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 08.09.2017 - 10:23 Uhr
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