Grenzsäulen werden erneuert

Grenzsäulen werden erneuertLandkreis Görlitz, 8. Februar 2017. Mit dem Jahresbeginn 2017 startete auch der Austausch der deutschen Grenzmarkierungssäulen zwischen dem Freistaat Sachsen und der Polnischen Republik. Ein seltsamer Akt im doch eigentlich zusammenwachsenden Europa.
Abbildung: Die alten Grenzsäulen sind verschwunden.

Geobasisinformation und Vermessung

Geobasisinformation und Vermessung

Erneuerte Grenzsäule in der geteilten Stadt. Ist ein Europa der Nationalstaaten auf Dauer denkbar?

Insgesamt sind zwischen der Halbinsel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern und dem bei Zittau gelegenen Hartau ungefähr 923 Säulen auszutauschen. Zwischen Bad Muskau und Zittau stehen 306 Säulen. 1990 wurden sie mit einer schwarz-rot-goldenen Kunststoffhülle überzogen. Die Betonkerne der Säulen waren schon 1960 aufgestellt worden. Viele sind heute beschädigt, stehen schief oder drohen umzufallen. Einige wurden durch das Neiße-Hochwasser 2010 sogar weggespült.

Der sächsische Grenzabschnitt ist mit 123 Kilometern etwas weniger als halb so lang wie der Brandenburgische (267 Kilometer) und wird auf seinem gesamten Verlauf von der Lausitzer Neiße gebildet, die im tschechischen Isergebirge entspringt und nach 254 Kilometern bei Ratzdorf in Brandenburg in die Oder mündet.

Das Gesamtprojekt soll bis 2019 abgeschlossen werden. In Görlitz erfolgte der Austausch der Säulen dieser Tage und fast unbemerkt. Den Zuschlag für die Arbeiten hatte eine Firma aus Sachsen erhalten, Kosten: 300.000 Euro.

Nach dem Wechsel der Pfähle sind die Vermesser an der Reihe. Sie sollen den Grenzverlauf prüfen. Möglich, dass dann auch noch Korrekturen nötig werden. Es könnte ja sein, dass sich das Flussbett verändert hat. Zuletzt war die Neiße-Grenze, die in der Flussmitte verläuft, vor 40 Jahren vermessen worden.

Grenzpfähle als Sammlerstücke

In Brandenburg haben sich die ausgedienten Grenzsäulen als begehrte Sammlerobjekte erwiesen. So gibt es laut dem zuständigen Referenten des dortigen Landesbetriebes Eckhart Seyfert Anfragen von Museen, diese für ihre Ausstellungen zu erwerben. Erst unlängst wurde eine schwarz-rot-goldene Kunststoffhülle an das Museum Viadrina in Frankfurt/Oder übergeben.

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  • Quelle: red | Fotos: Matthias Wehnert
  • Zuletzt geändert am 07.02.2017 - 23:29 Uhr
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