Holzbibliotheken im Kulturhistorischen Museum Görlitz
Görlitz. Das Kulturhistorische Museum Görlitz besitzt zwei Holzbibliotheken - nicht etwa Bücher über Wälder oder Bäum, sind Holzbibliotheken doch vielmehr Sammlungen unterschiedlicher Hölzer. Dazu werden aus dem Baumstamm buchförmige Stücke geschnitten. Die Rinde ist als „Buchrücken“ mit einem Etikett beschriftet, auf dem der Name des jeweiligen Baumes steht
Ab 30. Juli zu sehen
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Eine der beiden Holzbibliotheken aus dem Bestand des Kulturhistorischen Museums Görlitz. Fotos: Stadtverwaltung Görlitz
Holzbibliotheken oder „Holz-Cabinette“ wurden erstmals im 18. Jahrhundert angelegt und unter dem Einfluss Carl von Linnés immer mehr systematisiert. In vielen Holzbibliotheken sind die einzelnen „Bücher“ als kleine Kästchen gearbeitet, die Blätter und Früchte der Bäume enthalten. Die Holzbibliotheken im Kulturhistorischen Museum Görlitz wurden zu unterschiedlichen Zeiten hergestellt.
Die erste Holzbibliothek (Xylothek) ist ein Teil der insgesamt 60 Stücke umfassenden Holz-Sammlung von Adolf Traugott von Gersdorf, die er von dem Erfurter Spezialisten für Xylotheken, Johann Bartholomäus Bellermann erworben hatte. Nach Gersdorfs Tod 1807 gelangte sie in die Sammlungen der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften und wird heute im Kulturhistorischen Museum aufbewahrt. Sie enthält ausschließlich Hölzer, die von ökonomischem Interesse waren.
Auch die zweite Xylothek stammt aus der Gersdorfschen Sammlung, ist aber noch etwas älter als die erste. Gersdorf hatte sie 1769 auf einer Studienreise vom Rektor der Zwickauer Ratsschule Christian Clodius erworben. Sie umfasste ursprünglich 100 Täfelchen, die im Format von ca. 50 x 100 x 5 mm geschnitten sind und von denen sich noch 80 Stück erhalten haben.
Zu dieser Xylothek gehört ein handschriftliches Verzeichnis. Kulturgeschichtlich ist die Bibliothek auch über Görlitz und die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften hinaus bemerkenswert, da Clodius in den 1730er Jahren die Kurfürstlich Sächsische Xylothek in Dresden aufgebaut und beschrieben hat. Seine eigene Sammlung folgte der Dresdener in ihrer Anlage.
Angucken!
Ab dem 30. Juli 2011 kann eine der Holzbibliotheken in der Ausstellung „In uno museum - Wissenschaft und Kunst um 1800“ im Barockhaus Neißstraße 30 in Görlitz besichtigt werden.
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- Quelle: red | Fotos: Stadtverwaltung Görlitz
- Zuletzt geändert am 26.07.2011 - 00:03 Uhr
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