Görlitzer Biologen untersuchen Massenvermehrung
Oslo | Görlitz. Die Küsten Norwegens - wie die gesamte Nordsee - leidet aktuell unter einer Massenvermehrung von Feuerquallen, die alles übersteigt, woran sich die Anrainer erinnern. Der Görlitzer Biologe Prof. Dr. Willi Xylander schätzt ihre Zahl im Oslofjord auf etwa das Hundertfache des langjährigen Durchschnitts. Vergleichsbasis dafür sind die Bestandsaufnahmen von Mitarbeitern des Senckenberg Museums in Görlitz, die während der letzten knapp 30 Jahre erfasst wurden.
Görlitzer Biologen beobachten Feuerquallen vor Ort in Norwegen

Wird zurzeit in der Nordsee zur Riesenplage: Die Gelbe Nesselqualle.
Fotos: Prof. Willi Xylander / Senckenberg
Diese Qualle, die Gelbe Nesselqualle (wissenschaftlich Cyanea capillata) wird außergewöhnlich groß und erreicht einen Schirmdurchmesser von über einem Meter. Ihre dünnen, im Wasser kaum sichtbaren Nesselfäden erreichen dabei eine Länge von deutlich mehr als fünf Metern.
Welche Ursachen so in den Lebenszyklus eingegriffen haben, dass es zu der beobachteten Massenvermehrung kommen konnte, ist unklar. Prof. Xylander vermutet, dass der lange, kalte Winter eine Rolle gespielt hat: „Wahrscheinlich hat auch das bessere Nahrungsangebot für die Polypen, die sich von Plankton ernähren, das Wachstum befördert“, meint er. Einige Spezialisten machen auch die Reduzierung der Thunfische, die sich von den erwachsenen Quallen ernähren, für die extreme Zunahme verantwortlich.
Wirtschaft leidet
Inzwischen sind auch kommerzielle Konsequenzen bekannt geworden. So haben die Krabbenfischer im Oslo-Fjord ihre Arbeit eingestellt, berichtet Xylander: „Sie hatten so viele Quallen in ihren Netzen, dass eine Vermarktung der Krabben nicht möglich war.“ Auch die langfristigen Auswirkungen, z. B. für den Tourismus, sind noch nicht absehbar. „Wo die Massen der Quallen ankommen, ist Baden und Schwimmen nicht mehr möglich. Selbst Tauchanzüge schützen nicht vollständig gegen die Armada der Quallen, die ungeschützten Stellen um Mund und Maske werden von den langen Fäden vernesselt“, weiß Profi-Taucher Xylander aus eigener Erfahrung.
Gefährliche Nesselfäden
Auf diesen Nesselfäden sitzen Millionen von kleinen Nesselkapseln, die die Haut des Menschen bei Berührung durchdringen können und Nesselgift in die dabei entstehenden kleinen Wunden injizieren. Dieses Gift löst ein starkes Brennen aus, das erst nach etwa 24 Stunden abklingt; bei sehr schweren Vernesselungen kann es Hautreizungen kommen, die Verbrennungen zweiten Grades entsprechen und nur langsam und nässend abheilen. Die Schmerzen sind vergleichbar mit einer Vernesselung durch Brennnesseln, die Schmerzintensität ist allerdings größer.
Erste Hilfe
Bei Vernesselungen hilft das Betupfen mit reichlich Essigwasser (Essig:Wasser im Verhältnis von ca. 1:4); der Schmerz lässt sofort etwas nach und hält nach der Behandlung kürzer an (ca. drei bis fünf Stunden); auch Antihistaminika können angewendet werden. Prävention, z. B. Cremes, die vor den Quallennesseln schützen sollen, haben sich als nutzlos erwiesen.
Hoffnung auf Ausnahmeerscheinung
Xylander, der sich derzeit mit Biologiestudierenden aus Leipzig vor Ort aufhält, hofft, dass es sich um ein Phänomen des Jahres 2010 handelt und der Bestand sich im kommenden Jahr - wie häufig bei solchen Massenvermehrungen - wieder auf das normale Maß eingepegelt hat.
Quallenschutz
Von Norman am 26.07.2010 - 14:02Uhr
Also ich habe mir als Schutz vor den Quallen einen Stinger Suits Quallenschutzanzug gekauft, der funktioniert prima und Füße, Hände und fast der ganze Kopf sind auch geschützt. War auch gar nicht teuer, nur 49 Euro.
Grüße,
Norman
Redaktionalle Ergänzung:
Mehr unter http://stingraybay.com/swimwear/stinger-suits/quallenschutzanzug.html
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- Quelle: red | Fotos: Prof. Willi Xylander / Senckenberg
- Zuletzt geändert am 24.07.2010 - 10:23 Uhr
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