Senckenberg Görlitz beteiligt sich am Wissenschaftsjahr Energie
Görliz-Zgorzelec. Im Internet präsentiert das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz ein Lorbeerblatt. Allerdings stammt dieses nicht aus dem Gewürzregal, sondern war ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung Ostsachsens.
Ehemals feucht-heiße Lausitz?

Uralt –ein Lorbeerblatt aus sächsischer Braunkohle - zu sehen im Görlitzer Naturkundemuseum (© Senckenberg)
Die Biologin Henriette Jechorek barg dieses rund 15 Millionen Jahre alte Fossil aus dem Braunkohleflöz des ehemaligen Tagebaues Berzdorf. Kohle besteht aus Pflanzenmaterial, das in Gewässern unter Sauerstoffabschluss erhalten blieb und durch Ablagerungen bedeckt wurde. Unter dem Druck der darüberliegenden Schichten entwickelte sich über
Jahrmillionen Braunkohle. Die wurde industriell abgebaut und im Kraftwerk Hagenwerder verstromt. Die Görlitzer Biologen und Geologen interessierten sich aber weniger für die Energiedichte der Kohle, sondern vielmehr dafür, von welchen Pflanzenarten die Kohle gebildet wurde, denn daraus lassen sich Rückschlüsse auf das damals vorherrschende Klima ziehen.
Der Lorbeerbaum der hier dargestellten Art (Laurophyllum pseudoprinceps) ist längst ausgestorben. Noch existierende Lorbeergewäche im feuchtem subtropischen Klima Südostasiens lassen aber vermuten, dass es zu Wuchszeiten unseres feucht-heiß in der Lausitz war - vielleicht so wie in diesen Tagen.
In der Sammlung des Museums befinden sich rund 750 fossile Blätter und andere Teile verschiedener Pflanzenarten aus dem Tertiär. Aus dieser europaweit bedeutenden Sammlung ist eine Auswahl in der Ausstellung „Geologie der Oberlausitz“ zu bewundern. Spezielle Führungen zu diesem Thema und zur Geologie der Oberlausitz bietet das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz an. Informationen unter 03581-47605211.
Die Energieroute der Museen ist ein Beitrag der Leibniz-Gemeinschaft zum Wissenschaftsjahr der Energie. Die Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft, zu denen Senckenberg gehört, präsentieren jeweils ihre ganz eigene Annäherung an dieses vielschichtige Thema, in Ausstellungen und Aktionen.
Mehr:
http://www.energieroute-der-museen.de
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- Quelle: red | Foto: Senckenberg
- Zuletzt geändert am 17.07.2010 - 15:54 Uhr
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