1K bei Bombardier in Görlitz
Görlitz-Zgorzelec. Ein Stück sächsische Industriegeschichte in Görlitz: Hier war am 3. Juli 2009 die Schmalspurlok sä. 1K-No. 54 zu sehen. Am 12. Januar 2006 hatte der Verein zur Förderung Sächsischer Schmalspurbahnen e.V. (VSSB) im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung zum Jubiläum "125 Jahre Schmalspurbahnen in Sachsen" den Beginn eines Projektes zum Neuaufbau einer Lokomotive des I K Bautyps verkündet. Ziel war es, mit diesem Meilenstein der sächsischen Schmalspurbahngeschichte zum Erhalt der verbliebenen Strecken beizutragen. Die Gesamtmontage der Lok startete am 15. Mai 2009 in Meiningen.
Schmalspurnetz für regional ausgewogene Entwicklung
Der fördernde Verein sieht auch heute noch ein Potenzial in den Schmalspurbahnen: Sie könnten die regional ausgewogene Entwicklung Sachsens fördern. Daher wurden Sponsoren und Firmen zur Beteiligung an diesem besonderen Projekt gesucht und gefunden. Über 80 sächsische Unternehmen wirkten am Neubau der I K Schmalspurlok mit.
Die I K 54 soll im Wechsel auf allen verbliebenen schmalspurigen Strecken und Bahnhöfen in Sachsen unterwegs und ausgestellt sein. Außerdem sind Gasteinsätze auf der Insel Rügen, in Nordbrandenburg und in Baden-Württemberg möglich. Die Legende wird also wieder zum Leben erweckt.
Die I K früher
In Sachsen wurde die erste Schmalspurbahnstrecke bereits am 17.10.1881 zwischen Wilkau-Hasslau und Kirchberg eröffnet. Somit kann Sachsen eine Vorreiterrolle im Schmalspurbahnbetrieb zugeschrieben werden. Bis 1892 baute die »Sächsische Maschinenfabrik AG« 44 Exemplare des ersten Schmalspurloktyps namens Hartmann-I K, welche bis 1928 in ganz Sachsen für den Personen- und Güterverkehr unterwegs waren.
Neue Anforderungen an den Güterverkehr durch die Industrialisierung erforderten jedoch schon bald den Einsatz stärkerer Lokomotiven, die eine größere Last transportieren konnten. So wurde die I K bereits ab 1885 teilweise durch andere Lokomotiven ersetzt.
Noch 1923 übernahm die Deutsche Reichsbahn 27 Loks in ihren Bestand und ordnete diese ab 1925 in die Baureihe 99.750-752 ein. Der Betriebsdienst der I K bei der Deutschen Reichsbahn endete 1928.
Die I K verkehrte auf einem Streckennetz von über 500 Kilometern, dem größten Schmalspurbahnsystem Deutschlands zu jener Zeit. Allerdings waren nur wenige dieser schmalspurigen Strecken miteinander verbunden und so mussten die I K Schmalspurlokomotiven vor Inbetriebnahme zunächst über Transportwaggons vom Werk an ihren Einsatzort befördert werden. Trotz dieser Erschwerung des Betriebes verlor die Schmalspurbahn für das Land Sachsen kaum an Bedeutung. Selbst, als die meisten schmalspurigen Bahnen durch stärkere Loks ersetzt wurden, nutzten viele sächsische Unternehmen die Schmalspurbahn noch als Werklokomotive. Die letzte dieser Werkbahnen wurde erst 1964 in der Gießerei in Schmiedeberg zerlegt.
Mehr:
http://www.regionen.sachsen.de/10229.htm
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- Quelle: /red
- Zuletzt geändert am 05.07.2009 - 10:53 Uhr
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