Wettbewerb für den Bau des Meetingpoint Music Messiaen
Görlitz-Zgorzelec. Für den Bau des Meetingpoint Music Messiaen haben die Stiftung Fundacja Centrum Wspierania Przedsiebiorczości aus Zgorzelec, der Landkreis, Stadt und Gemeinde Zgorzelec angehören, in Kooperation mit dem Meetingpoint Music Messiaen e.V., einen offenen Wettbewerb ausgelobt. Der Meetingpoint soll als Begegnungsort für die Jugendlichen und Künstler der Zwillingsstadt Görlitz-Zgorzelec, der trinationalen Region und Europas auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers StaLag VIIIa entstehen.
Breite Unterstützung
Das Terrain, das am Südrand von Zgorzelec, dem polnischen Teil der Europastadt, liegt, wird vom Eigner, der Gemeinde Zgorzelec, dem Vorhaben „Europäisches Zentrum für Bildung und Kultur Meetingpoint Music Messiaen Zgorzelec-Görlitz“ - so der offizielle Name - zur Verfügung gestellt.
Entstehen sollen ein Gedenkbau für die zwischen 1939 und 1945 im StaLag VIIIa mehr als 12.000 umgekommenen Kriegsgefangenen, von denen mindestens 10.000 aus der Sowjetunion kamen, eine Theaterbaracke und ein Maison Olivier Messiaen. Dieser französische Komponist (1908-1992) vollendete im Winter 1940/41 im Stalag VIIIa sein inzwischen berühmtes Quartett auf das Ende der Zeiten / Quatuor pour la Fin du Temps und führte es mit drei Leidensgefährten am 15. Januar 1941 erstmals auf. Aufführungsort war die Theaterbaracke des Lagers. Zuhörer waren nicht nur ungefähr 400 Mitgefangene, sondern auch die deutschen Bewacher.
Wissenschaftler bezeichnen den Erhaltungszustand des Geländes als so besonders, dass von dieser Seite der Vorschlag gemacht wurde, es insgesamt als Erinnerungslandschaft zu erhalten. 2008, im Jahr des 100. Geburtstages von Olivier Messiaen, wurde nicht nur der Bereich der ehemaligen Theaterbaracke unter fachlicher Anleitung von 25 Teilnehmern aus sieben europäischen Nationen während eines vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Meetingpoint veranstalteten Workcamps freigelegt und gesichert, es kamen auch die Warschauer Philharmoniker unter Antoni Wit für zwei Konzerte erstmals an die Neiße.
Die Staatskapelle Dresden wurde im Oktober 2008 Patenorchester des Meetingpoint und spielte mit drei Solisten und Myung-Whun Chung, der in Messiaens letzten Lebensjahren eng mit ihm zusammenarbeitete und verbunden war, das Quartett auf das Ende der Zeiten in Zgorzelec. Am 30. Mai 2009 schenkt sie dem Patenkind eine Aufführung von Joseph Haydns Die Schöpfung, dirigiert von Robin Ticciati, in der Peterskirche in Görlitz.
Auf deutscher Seite wird das Vorhaben Meetingpoint Music Messiaen von der Kulturstiftung des Bundes, der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Kulturraum, der Stadt Görlitz und der VEOLIA-Stiftung unterstützt. Kooperationsverträge gibt es mit der Stiftung Sächsische Gedenkstätten und der Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain.
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- Quelle: Dr, Albrecht Götze
- Zuletzt geändert am 17.05.2009 - 23:41 Uhr
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