„Der Vorleser" führt deutsche Kinocharts an
Hollywood | Babelsberg | Görlitz-Zgorzelec. „Der Vorleser" ist die aktuelle Nr. 1 der deutschen Kinocharts. Der teilweise in Görlitz gedrehte und mit einem OSCAR für Kate Winslet als beste Hauptdarstellerin prämierte Film wird derzeit nicht nur in Deutschland gezeigt, sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt.
Oberbürgermeister hofft auf neue Filmprojekte
„Görlitz ist damit nun auch in Australien, Angola und Thailand ein Begriff“, freut sich der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick.
Im Abspann des Films wird unter anderem der Stadt Görlitz gedankt. „Das ist eine große Wertschätzung für uns, für die ich sehr dankbar bin. Zugleich hoffe ich auf neue Filmprojekte, die in unserer Stadt realisiert werden“, greift Paulick die Entwicklung zur Filmstadt auf.
Kommentar
Was macht eine Filmstadt aus?
Die Ostvorstadt Deutschlands hat richtig Glück: Ganz ohne Wirtschaftsförderung und andere Alchimisten kommen hier einige Faktoren zusammen, die guten Dung für das Pflänzlein Filmstadt geben.
Freilich spielt die Bausubstanz eine große Rolle. Fassaden, Sichtachsen, kaum störende Neubauten in den Quartieren. Mindestens ebenso wichtig ist der Bestand an flexibel verfügbaren Statisten, den die Hartz-IV-Rekordstadt vorhält - die von den Qualen der Arbeit befreiten Massen freuen sich über jede bezahlte Ablenkung. Als Drittes zu erwähnen ist die in Görlitz verbreitete hochdeutsche Sprache, wenn sie nicht gerade in den schier unausrottbaren Nörgel-Singsang abgleitet.
Hinzu kommt eine Stadtverwaltung, die es den Filmleuten leicht macht, ihre anspruchsvollen Vorhaben umzusetzen. Großzügige Absperrungen und Unterstützung, wo es nur geht, beweisen, dass hier einige Herzen wirklich für die Kultur schlagen. Mit dem Empfang anlässlich der Vorleser-Premiere hat die Stadt - gottseidank - gezeigt, wie wichtig ihr das Thema Filmstadt ist.
Alles jedoch wäre nichts ohne die Unterstützung durch die private Wirtschaft, seien es - stellvertretend genannt - die Stadtwerke oder Immobilienverwalter wie -eigentümer, die den Zugang zu Drehorten und perfekte Kulissen ermöglichen.
Schließlich hat Görlitz noch etwas, dass es braucht, um eine Identität als Filmstadt zu entwickeln: Eine Filmgeschichte. Nicht erst die Kamerakurbelmänner des Blockbuster- und Kinocharts-Zeitalters, auch die Könner der DEFA hatten Görlitz bereits entdeckt. Das ist das Fundament, auf dem aufgebaut werden kann.
Nun gilt es, das Filmstadt-Projekt voranzutreiben. Es muss nicht gleich Geld kosten, den filmfreundlichen Nährboden anzureichern. Gefragt sind die Tourismusanbieter, die das Thema aufgreifen, gefragt sind die Schulen, die Schüler an die Medien Film und Fotografie heranführen, Vereine, Museen, Kinos, Seminaranbieter . . .
Es muss uns doch gelingen, dass der Filmscheinwerfer schön wie nie über Görlitz scheint!
Ihr Fritz R. Stänker
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- Quelle: /red /FRS | Foto: /BeierMedia.de | Erstveröffentlichung am 03.03.2009 - 00:34 Uhr
- Zuletzt geändert am 02.03.2009 - 23:57 Uhr
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