Der Vorleser erzählt von Liebe, Versagen, Stolz, Verantwortung und Sinnsuche

 

Der Vorleser erzählt von Liebe, Versagen, Stolz, Verantwortung und SinnsucheGörlitz-Zgorzelec. Filmpremiere in Görlitz - "Der Vorleser" (The Reader) nach dem gleichnamigen Roman von Bernhard Schlinck (Drehbuch: David Hare) erlebte am 26. Februar 2009 im Palasttheater seinen Deutschlandstart, der parallel in 362 Städten erfolgte. Roter Teppich, Autogrammjäger, Stars und Sternchen, Manager, ein Ministerpräsident und ein Oberbürgermeister machten das Event im Kino und später in der Landskronhalle perfekt.

 

Das Dritte Reich ist endgültig in Hollywood angekommen

 

Das Dritte Reich ist endgültig in Hollywood angekommen
Blumen und Bltzlichtgewitter für die Produzenten und Schauspieler. Rechts Volker Bruch, der den Dieter Spenz spielt, daneben Vijessna Ferkic, die als Sophie dabei ist.
Fotos: /BeierMedia.de

 

Handwerklich perfekt hat sich Hollywood mit Hilfe der Babelsberger Studios wieder einem Drittes-Reich-Thema angenommen und damit einen weiteren Baustein zur "Hollywoodisierung" der deutschen Nazi-Vergangenheit geliefert - was im Abstand der Jahrzehnte eine gewisse Berechtigung hat, denn wie will man sonst der Kindeskinder-Generation nahebringen, wie sich eine faschistische Gesellschaft entwickeln kann und wie sich Menschen darin verhalten?

Zumal der Hollywood-Tribut sich auf die Fleischbeilage der Hauptdarsteller und einige vielleicht allzu malerische Szenen beschränkt. Hervorzuheben ist die schauspielerische Leistung der Winslet, die sich als Idealbesetzung der Rolle der Hanna Schmitz erwiesen hat. Sie verkörpert die stupide Denkweise der Mitspieler in einem totalitären System. Die Brücke von den fünfziger Jahren bis zum Schlussstrich unter das Leben der Hanna Schmitz in der jüngeren Vergangenheit steht als Gleichnis für die jahrzehntelange Dauer des Wandlungsprozesses zur Demokratie, der auch nicht mit dem Aussterben der Erlebnisgeneration endet.

David Kross verkörpert der den jungen Michael, Ralph Fiennes steht für den Michael der siebziger bis neunziger Jahre - der schließlich die Erfahrung seines Lebens an seine Tocher weitergibt.

Wer die Görlitzer Premiere besucht hat, um lediglich möglichst viele Görlitzer Fassaden wiederzuerkennen, wurde alsbald von der Handlung gefangen genommen.

Es ist ein Film, der auf subtile Weise von Liebe, Versagen, Stolz, Verantwortung und Sinnsuche erzählt. Gehen Sie hin und sehen Sie selbst.

Filmausschnitte:
http://www.thereader.eu

 
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  • Quelle: /TEB | Fotos: /BeierMedia.de | Erstveröffentlichung 27.02.2009 - 14:51 Uhr
  • Zuletzt geändert am 27.02.2009 - 12:48 Uhr
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