Die Qual der Wahl: Görlitz oder Rudolstadt?

Die Qual der Wahl: Görlitz oder Rudolstadt?Görlitz | Rudolstadt, 4. Juli 2017. Der freiluftkulturaffine Mensch hat es in diesen Tagen nicht leicht: Fortwährend dieser Entscheidungsdruck, an welchem Tag welche Veranstaltung an welchem Ort? Für das kommende Wochenende kündigt sich der größte anzunehmende Terminwiderspruch an, nein, schon ist er Realität: Dem ViaThea Straßentheaterfestival vom 6. bis zum 8. Juli in Görlitz beiwohnen oder auf nach Rudolstadt, wo das Rudolstadt-Festival vom 6. bis zum 10. Juli die Stadt, den Heine-Park und die Heidecksburg in Beschlag nimmt?
Abbildung: In Rudolstadt feiert das Leben seine Daseinsfreude.

Zwei Festivals an einem Wochenende: Wenn man sich nur teilen könnte!

Zwei Festivals an einem Wochenende: Wenn man sich nur teilen könnte!

Unvergesslich: Der Görlitzer Obermarkt zum ViaThea des Jahres 2007.

Das thüringische Rudolstadt lockt mit dem größten deutschen Roots-, Folk- und Weltmusik-Festival. Bis zu 25.000 Gäste verzeichnet die Stadt an jedem der Veranstaltungstage. Doch es geht entspannt zu, weil die Festgebiete in der Stadt, im Park und auf der Burg einfach nur riesig sind und den Besuchern nicht nur den kompletten Kulissenwechsel, sondern auch ruhige Ecken ermöglichen.

Neben den Specials zum heurigen Länderschwerpunkt Schottland haben die Organisatoren ein oppulentes Programm zusammengestellt. 150 Künstler, darunter Amy Macdonald, locken neben den mehr als 20 Bühnen auch mit Straßenmusik, ein Kinderfest steigt im "Highnepark", ein Songposium (u.a. mit Steffen Mensching) begibt sich auf die Spuren proletarischer Träume, Clubkultur zur Festival-Afterhour in den "saalgärten", Kino – und noch viel mehr, vor allem aber atemberaubende Eindrücke. "Rudolstadt (ist) ein Fest fürs Leben", wird Christoph Dieckmann, Autor bei der Hamburger Wochenzeitschrift Die Zeit, zitiert.

Mehr:
Alles über das Rudolstadt-Festival


Anders im ostsächsischen Görlitz: Das Internationale ViaThea-Straßentheaterfestival, inzwischen in 23. Auflage, versetzt die schöne Stadt in eine sphärische Stimmung. Los geht's am Donnerstag mit einem Kulturpicknick im Stadtpark, an den beiden Folgetagen treten die Theatertruppen in der Innen- und der Altstadt, aber auch am Klinikum und am CityCenter (hinter dem Jugendstil-Kaufhaus) auf. Eine detaillierte Programmankündigung erfolgt nicht, um den Verkauf des Programmheftes zu fördern. Da ein Eintritt nicht erhoben wird ist das ein Weg, um an Geld zwecks Kostendeckung zu kommen.

Ohne ein Programm zu haben läuft man in Görlitz Gefahr, viele Auftritte zu verpassen; sich nur den durch die Stadt von Auftrittsort zu Auftrittsort ziehenden Besucherströmen anzupassen ist eine schlechte Strategie, denn oft genug wissen die selbst nicht, wohin. Ein kleines Manko hat das Festival: Der Charakter des Straßentheaters führt dazu, dass, wenn man nicht rechtzeitig da ist und günstig steht, oft vom Geschehen nur wenig oder nichts zu sehen ist. Ein Tipp ist die Bühne Kränzelstraße in der Altstadt. Hier wie anderswo in der Stadt gibt es neben dem eigentlichen Straßentheater auch Auftritte von Liedermachern und anderen Musikern, von Tanzgruppen und Künstlern weiterer Sparten.

Mehr:
Alles über das Internationale ViaThea Straßentheaterfestival

Die Empfehlung des Görlitzer Anzeigers

Halten Sie uns für lebensmüde? Einen Deibel werden wir tun, aber keine Empfehlung für eines der beiden Festivals abgeben! Das muss sich jeder selbst überlegen, in welche der beiden Welten er oder sie für ein paar Tage einchecken möchte, denn das ist klar: Das Potenzial für einen mehrtägigen Aufenthalt haben beide Festivals.

Der Görlitzer Anzeiger hat schon aus Görlitz wie auch aus Rudolstadt berichtet und findet es im Übrigen überall schön, wo entspannte Leute zusammenkommen. Dazu gehört, nebenbei bemerkt, auch die "Geheime Welt von Turisede" mit der Kulturinsel Einsiedel, die mit dem "FOLKLORUM - Festival der Turisedischen Wettspiele" das nach Rudolstadt zweitgrößte deutsche Folk-Festival jeweils am ersten Septemberwochenende durchzieht. Darüber und über die neuesten Attraktionen der verrückten Holzgestalter kann man sich zum Rudolstadt-Festival im Heine-Park auf dem Gelände der kulturinsulanischen Turiseder informieren.

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  • Quelle: TEB | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 04.07.2017 - 11:03 Uhr
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