Wiesbaden zeigt "Görlitz - Auferstehung eines Denkmals"

Wiesbaden zeigt "Görlitz - Auferstehung eines Denkmals"Wiesbaden | Görlitz, 1. Juni 2017. 20.000 Besucher zählte die Fotoausstellung "Görlitz - Auferstehung eines Denkmals" mit von Prof. Jörg Schöner im Jahr 2015 in den früheren KEMA-Hallen in Görlitz. Dann sorgten die Bilder im Bundesrat in Berlin und im Dresdner Flughafen für Aufmerksamkeit. Ab kommendem Donnerstag sind sie nun in Wiesbaden, einer der Görlitzer Partnerstädte, zu sehen.
Abbildung: Prof. Jörg Schöner hat über Jahrzehnte die Görlitzer Altstadt abgelichtet.

Ausstellung belegt die Rettung einer Stadt

Ausstellung belegt die Rettung einer Stadt

Verteilt über mehrere Bereiche wurden die Görlitz-Bilder im Flughafen Dresden gezeigt.

Schöner, Fotograf aus Dresden, dokumentiert seit vier Jahrzehnten den enormen architektonischen Reichtum von Görlitz und wurde damit zum Chronisten des baulichen Wandels der Stadt. Historisches und Gegenwärtiges, Verfallenes und Wiederhergestelltes hat er mit Kamera dokumentiert. Er zeigt nicht nur die herausragende Bausubstanz, sondern zuweilen auch Alltagsspuren.

Die Ausstellung in den Görlitzer KEMA-Hallen hatte auch der Wiesbadener Oberbürgermeister Sven Gerich gesehen. Davon tief beeindruckt war es ihm sehr wichtig, sie auch nach Wiesbaden zu bringen. Er freue sich darüber, so der Oberbürgermeister, dass die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener nun diese zeithistorisch wichtige Architekturfotografie aus ihrer Partnerschaft vor Ort sehen können. Ausstellungsort ist das sam – Stadtmuseum am Markt.

Großer Bahnhof zu Eröffnung

Zur Ausstellungseröffnung am 7. Juni 2017 reist der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege nach Wiesbaden, um gemeinsam mit seinem Amtskollegen Gerich, Dr. Bernd Blisch, dem kommissarischen Leiter des sam, sowie Dr. Holger Rescher von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Ausstellung im Beisein von Prof. Jörg Schöner sowie etlicher Gäste aus Wiesbaden und Görlitz zu eröffnen.

Ausstellung als Beleg für Engagement

"Wir freuen uns sehr, dass wir diese beeindruckende Dokumentation der Rettung unserer Stadt in der uns so verbundenen Partnerstadt zeigen können", unterstrich der Görlitzer Oberbürgermeister und betonte, "Die Ausstellung ist ein imposanter Beleg für das große Engagement vieler Menschen, die sich in den vergangenen 27 Jahren für die Sanierung der wertvollen Bausubstanz eingesetzt haben."

Nicht zu vergessen ist das Engagement Görlitzer Denkmalschützer im SED-Staat, denen der Erhalt der Görlitzer Altstadt als Flächendenkmal zu verdanken ist. Die historische Bausubstanz der Stadt Görlitz erlebte nur zwei dramatische Verluste: Den Abriss des Quartiers Teichstraße unmittelbar hinter dem Görlitzer Rathaus am Untermarkt in den achtziger Jahren und den Abriss des intakten Wilhelmstheaters nebst Nachbargebäuden im Jahr 2001, dem heftige Proteste aus der Bürgerschaft und von Denkmalpflegern vorausgegangen waren.

Ermöglicht wurde die weitestgehende Sanierung der Görlitzer Altstadt nicht nur durch privates Kapital der meist neuen Eigentümer, sondern auch durch erhebliche Fördermittel, die vor allem von der Europäischen Union, der Bundesrepublik, vom Freistaat Sachen, von der deutschen Stiftung Denkmalschutz und nicht zuletzt einem großzügigen Spender (Stichwort Altstadtmillion) bereitgestellt wurden.

Ohne die Friedliche Revolution von 1989 wäre die Rettung der Görlitzer Altstadt, wie anderer vom Abriss bedrohter historischer Städte auch, nicht möglich gewesen. Heute ist Görlitz vor allem Dank seiner Altstadt ein wichtiges Touristenziel. Auch die anderen altehrwürdigen Städte der Oberlausitz sind – verschont vom Bombenkrieg – einen Besuch Wert, stellvertretend seien das bunte Bautzen und das zu Teilen habsburgisch anmutende Zittau genannt.

Buch kaufen!
Das ausstellungsbegleitende Buch "Görlitz – Auferstehung eines Denkmals" ist im Verlag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erschienen. Kaufen kann man es während der Ausstellung im sam oder online unter www.monumente-shop.de.

Prädikat: Unbedingt hingehen!
8. Juni bis bis 24. September 2017,
sam – Stadtmuseum am Markt,
Marktplatz, 65183 Wiesbaden.
Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr.
Die Ausstellung ist Teil der Kampagne "So geht sächsisch."

Teilen Teilen
Kommentare Lesermeinungen (0)
Lesermeinungen geben nicht unbedingt die Auffassung der Redaktion, sondern die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich das Recht zu sinnwahrender Kürzung vor.

Schreiben Sie Ihre Meinung!

Name:
Email:
Betreff:
Kommentar:
 
Informieren Sie mich über andere Lesermeinungen per E-Mail
 
 
 
Weitere Artikel aus dem Ressort
Weitere Artikel
 
  • Quelle: red | Foto Prof. Schöner: Quelle Flughafen Dresden GmbH, Michael Weimer; Foto Flughafen: Quelle Europastadt GörlitzZgorzelec GmbH, Anja Schließ
  • Zuletzt geändert am 01.06.2017 - 08:01 Uhr
  • drucken Seite drucken