Altstadt Görlitz: Das Fest

Altstadt Görlitz: Das FestGörlitz-Zgorzelec, 30. August 2014. Gestern ist das Altstadtfest Görlitz nebst Jakobs-Altstadtfest in polnischen Teil der Europa-Doppelstadt angelaufen und kam trotz leichter Regenschauer sofort auf volle Touren. Der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege hatte die Festivitäten gemeinsam mit seinem Zgorzelecer Amtskollegen Rafał Gronicz eröffnet.

Knöllchenorgie im Selbstversuch nicht bestätigt

Knöllchenorgie im Selbstversuch nicht bestätigt

Der Blick von Peterskirche und Waidhaus über die Altstadtbrücke auf das Jakobs-Altstadtfest in Zgorzelec.

Thema: Altstadtfest Görlitz

Altstadtfest Görlitz

Das Altstadtfest Görlitz ist ein kultureller Höhepunkt in der Neißestadt und zieht jährlich deutlich mehr als 100.000 Besucher an. Auf der polnischen Seite findet in der Neißevorstadt zeitgleich das Jakob-Altstadtfest statt.

Von Thomas Beier. Na toll, eine knöllchenrisikoarme Parklücke für den Redaktionstrabi gefunden, den Lichtschalter manipuliert, so dass die Scheinwerfer mit nur minimaler Funkenbildung wirklich ausgingen - und nach dem Aussteigen setzt der Regen ein. Wie sich im Laufe des Abends zeigen sollte, kein wirklich schlimmes Naturereignis, die Görlitzer und Zgorzelecer ließen sich vom Feiern nicht abhalten.

Der erste Weg führte vorbei am rummelkrawalligen Marienplatz über die nahezu menschenleere Elisabethstraße zur Kränzelstraße. Hier hatte die Ankündigung des gemeinsamen Auftritts zweier Görlitzer Lesebühnen gelockt, bei dem sich die "Jazzhappen" mit den Leuten von "Grubenhund" paaren wollten. Man durfte gespannt sein, was sich hier entwickeln sollte: Grubenhappen oder Jazzhunde? Etwas zu spät - wie so oft - war noch der Bühnenabgang von Grubenhund Udo Tiffert zu erleben, dem sein Kompagnon Max Rademann folgte. Später nahm das so vorgewärmte Bühnenplätzchen Jazzhappen Axel Krüger ein und Kollege Mike Altmann führte die Lesung zum surrealen Höhepunkt, indem er sich in der freien Rede übte. Ein kulturelles Schmankerl war´s in all dem bier-, fressbuden- und musiklärmseligen Altstadtfeiergedöns.

Auf Untermarkt und Peterstraße, trotz des leichten Regens, das alljährlich gewohnte Geschiebe und Gedränge. So mitgespült von den Menschenmassen vorbei an schönen Handwerker- und Händlerständen zur Peterskirche, am Waidhaus endlich Platz zum Durchatmen und ein fantastischer Ausblick auf das bunt verlockende polnische Neißeufer. Auf denn, über die Altstadtbrücke und eintauchen in das Jaboks-Altstadtfest (Święto Starego Miasta - Jakuby).

Hier ging es es deutlich entspannter zu als im Görlitzer Altstadtzentrum. Wer gleich nach der Altstadtbrücke am wiederaufgebauten Zgorzelecer Postplatz links abbiegt, erlebt eine Bühne, kleine Bierstände (bedient von jungen Damen, deren Reiz unerreicht bleibt) und ein Stückchen weiter viele Sitzgelegenheiten. Hier ist es heimeliger als anderenorts in der feiernden Doppelstadt. Dazu trägt sicherlich auch die Band bei, die beliebte polnische Volkslieder im Folkstil vorträgt, auf dass die müden Füße von allein zu zucken beginnen. In Richtung Stadtbrücke haben auf der polnischen Seite Händler Ihre Buden, weiter hinten wird die Straße zur Kneipenmeile.

Aber irgendwie muss man ja zurück, nachschauen, ober der stylische Redaktionstrabi (Anstupsen erlaubt - bringt Glück!) vielleicht einen glückssüchtigen Liebhaber gefunden hat. Also backwards to Germany, die proppevolle Neißstraße hinauf (im oberen Teil demonstriert ein DJ das Krachpotential seiner Anlage), durch die Enge des Untermarkts die Brüderstraße entlang zum Obermarkt mit dem riesen Riesenrad, zig Buden und großer Bühne. Inzwischen scheine viele Altstadtfestbesucher ihren Ankerplatz gefunden zu haben. Es regnet nicht mehr, die Biertische sind gut besetzt.

Genug der Eindrücke, durch die Steinstraße zurück zum Trabi. Den Tipp für den freien Parkplatz behalte ich lieber für mich, ich will ja heute nochmal aufschlagen beim Görlitzer Altstadtfest.

P.S.: Das auf facebook aufgetauchte Gerücht, das Görlitzer Altstadtfest werde nur veranstaltet, um die Knöllcheneinnahmen ins Stadtsäckel drastisch zu steigern, kann ich nicht bestätigen.

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  • Quelle: Thomas Beier | Fotos: © Görlitzer Anzeiger
  • Zuletzt geändert am 30.08.2014 - 08:52 Uhr
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