Kraftwerkslärm wird gemessen
Hirschfelde | Rosenthal | Türchau ( Turoszów). Das nahe Reichenau (Bogatynia) gelegene polnische Kraftwerk Turów steht in dem Ruf, eine Quelle erheblicher Lärmbelästigungen auch auf der deutschen Seite zu sein. Deshalb beginnen am 16. September 2008 auf deutscher Seite in Hirschfelde und Rosenthal (nahe Zittau, Landkreis Görlitz) neue Dauermessungen der Lärmbelastung. Die Messungen werden gemeinsam von deutschen und polnischen Spezialisten begleitet. Auf diese Weise soll eine Einigung über die tatsächlich vom Kraftwerk verursachte Lärmbelastung für die Bewohner von Hirschfelde erzielt werden. Im Vorfeld dazu wurden mit den polnischen Behörden zahlreiche Details des Messablaufes und der Auswertung abgestimmt.
Sanierung verringerte Luftbelastung, erhöhte aber Lärm

Das polnische Kraftwerk Túrow macht zuviel Lärm.
Archivbild: /BeierMedia.de 2007
Im Kraftwerk Turów wurden zwischen 1998 und 2004 schrittweise sechs alte Kraftwerksblöcke abgetragen und durch Neubauten ersetzt. Seitdem hat sich der Ausstoß von Luftschadstoffen wie Schwefeldioxid und Staub stark verringert. Damit sank auch die Luftbelastung in Hirschfelde grundlegend.
Der aus sächsischer Sicht begrüßenswerte Ersatz hat bedauerlicherweise auch nachteilige Wirkungen auf die Gemeinde Hirschfelde, die sich in direkter Nachbarschaft zum Kraftwerk befindet. Seit Abschluss der Sanierungsarbeiten kommt es in Abhängigkeit von der Witterungslage immer wieder zu Lärmbelastungen für die deutsche Nachbargemeinde. Im Jahr 2006 wurden durch das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mehrwöchige Dauermessungen durchgeführt. Der ermittelte Lärmpegel überschritt in einem Drittel der Nächte den in Deutschland geltenden zulässigen Immissionsrichtwert.
Das Unternehmen BOT Elektrownia Turów hat in den vergangenen Jahren bereits umfangreiche Maßnahmen zur Schallminderung an lufttechnischen Anlagen durchgeführt. Durch die Lage der Quellen und ihre Richtwirkung werden diese auf deutscher Seite jedoch nur begrenzt wirksam. Ende 2007 wurde ein weiterer Abschnitt des Lärmsanierungsprogramms umgesetzt, bei dem akustische Abschirmungen installiert sowie Dämmungen vorgenommen wurden.
Nach Informationen des Vizemarschalls von Niederschlesien sind im Kraftwerk Turów bis 2010 weitere Schritte zur Lärmminderung geplant. Eine Entscheidung über Art und Umfang wird die Kraftwerksleitung nach Auswertung der jetzigen Messungen treffen.
Die Kohlevorräte in der Nähe des Kraftwerks reichen voraussichtlich noch bis zum Jahr 2040. Bereits im Jahr 2010 sollen möglicherweise die ersten Blöcke abgeschalten werden.
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- Quelle: /red | Foto: /BeierMedia.de
- Zuletzt geändert am 16.09.2008 - 14:37 Uhr
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