HIV-Schnelltest: Wann ist er sinnvoll?

HIV-Schnelltest: Wann ist er sinnvoll?Görlitz, 21. März 2018. Sexuell aktive Menschen sollten regelmäßig einen HIV-Schnelltest machen, doch oft geschieht dies aus dem einen oder anderen Grund meist nicht. Der Görlitzer Anzeiger erklärt, wann ein Test besonders wichtig ist und klärt über die verschiedenen Möglichkeiten auf. Für alle, die sich Sorgen machen: Der HIV-Test geht heutzutage auch völlig anonym.
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Brauche ich einen HIV-Schnellttest?

Brauche ich einen HIV-Schnellttest?

Wenn Drogen schon Dreck sind: Das Spritzbesteck, vor allem die Nadel, muss sauber sein

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Ein HIV-Schnelltest ist normalerweise dann sinnvoll, wenn ein Risikokontakt stattgefunden hat, d.h. man mit einem Partner oder einer Partnerin, mit dem/der man nicht in stabiler und vertrauenvoller Partnerschaft ist, ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte. Doch Vorsicht: Dies bezieht sich nicht nur auf die ungeschützte vaginale oder anale Penetration. Auch bei ungeschütztem Oralsex kann es unter Umständen zu einer Infektion kommen. Zudem sollten Menschen, die sich Drogen intravenös zuführen, besonders Acht geben. Beispielsweise kann das HI-Virus übertragen werden, wenn man sich eine Spritze teilt.

Wann sollte ich mich testen lassen?

Es ist verlockend, sofort nach dem Risikokontakt zum Arzt zu gehen und sich Klarheit zu verschaffen. Doch bei einem HIV-Test ist zunächst Geduld angesagt: Erst nach sechs Wochen bis drei Monaten haben sich nach einer HIV-Infektion ausreichend Antikörper im Blut gebildet, um diese mit Sicherheit festzustellen oder auszuschließen. Während dieser Wartezeit sollte man keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben oder sonstige Risikokontakte eingehen, um eine Weitergabe des Virus zu vermeiden.

Wie funktioniert ein HIV-Schnelltest?

Ein HIV-Schnelltest testet das Blut auf Antikörper, die sich im Körper nach einer Infektion gegen das Virus bilden. Eine weitere Testart untersucht das Blut zusätzlich noch auf Bestandteile des HI-Virus. Da dieser Test auch positiv ausschlagen kann, wenn noch nicht so viele Antikörper gebildet worden sind, kann er bereits sechs Wochen nach einem Risikokontakt durchgeführt werden. Bei beiden Testarten wird dem Patienten Blut entnommen und an ein Labor geschickt – bis man das Ergebnis erhält, können also einige Tage vergehen. Wer es schneller wissen möchte, kann einen Schnelltest in Anspruch nehmen. Dieser liefert das Ergebnis bereits innerhalb von dreißig Minuten und wird von vielen AIDS-Beratungsstellen und Gesundheitsämtern angeboten. Die Wartezeit von drei Monaten gilt auch bei diesem Test.

Für manche Menschen ist es ungünstig, sich bei den öffentlichen Anlaufstellen testen zu lassen. Manchmal ist ein Termin für einen Test mit langen Wartezeiten verbunden oder die Öffnungszeiten der Institutionen überschneiden sich mit den Arbeitszeiten. In diesem Fall kann man auch einen HIV Schnelltest kaufen, den man alleine zu Hause durchführen kann. Er wird beispielsweise von zertifizierten Anbietern wie HIV Heimtest angeboten. Bei richtiger Anwendung liefern diese Tests zwar ein zuverlässiges Ergebnis, doch zur Sicherheit sollte man sich zusätzlich bei einer öffentlichen Einrichtung testen lassen, sobald es der Terminplan erlaubt.

HIV-positiv: Und nun?

Ein HIV-positives Ergebnis ist heutzutage kein Todesurteil mehr. Die Krankheit ist mittlerweile gut behandelbar und medizinische Fortschritte ermöglichen es den Betroffenen, fast so normal zu leben wie zuvor. Dennoch sollte mit einer Infektion nicht leichtfertig umgegangen werden. Grundsätzlich gilt: Je früher eine Infektion entdeckt wird, desto besser bekommt man sie in den Griff. Hierfür sind regelmäßige ärztliche Untersuchungen notwendig und eine angemessene Therapie, die verhindert, dass die HIV-Infektion sich zu AIDS entwickelt.

Nicht nur ärztliche Unterstützung spielt nach einer Neuinfektion eine Rolle: Auch seelischer Beistand ist wichtig. Es kann helfen, gute Freunde einzuweihen, die Verständnis für die neue Situation haben und Betroffenen zur Seite stehen, während diese sich an ihre neuen Lebensumstände gewöhnen. Ebenso kann therapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden: Viele Beratungsstellen können Patienten an erfahrene Psychologen vermitteln. In manchen Städten gibt es auch Selbsthilfegruppen für HIV-Infizierte. Sie sind für Neuinfizierte besonders wertvoll, da sie sich hier mit Leidensgenossen austauschen können, die bereits länger mit der Krankheit zu tun haben. Oft schöpfen sie hier Mut und können sich besser auf das vorbereiten, was nun auf sie zukommt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein HIV-Schnelltest sollte Standard für sexuell aktive Menschen sein und für solche, die intravenöse Drogen gebrauchen. Denn nur, wer seinen Status kennt, kann sich und andere wirklich schützen.

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  • Quelle: red | Foto Hemdtasche: Astryd_MAD, Foto Spritze: PhotoLizM / Liz Masoner, beide Pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 21.03.2018 - 13:16 Uhr
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