Guerilla Gardening: Wie man Hanf in freier Natur erkennt

Guerilla Gardening: Wie man Hanf in freier Natur erkenntGörlitz, 4. März 2017. Hanf, auf Lateinisch Cannabis, ist in aller Munde – nicht allein, weil eine Görlitzer Süßwarenfabrik Hanf-Bonbons herstellt (der Görlitzer Anzeiger berichtete), sondern auch wegen seiner Freigabe für medizinische Zwecke. Vielerorts wächst Cannabis in Wäldern, an Feldern oder auf Balkonen. Die Polizei verfolgt den Wildanbau. Aber auch der Laie sollte wissen: Wie erkennt man eigentlich einen illegalen Cannabis im Garten oder in der freien Natur?

Cannabis – die Gesetzeslage bleibt eindeutig

Cannabis – die Gesetzeslage bleibt eindeutig

Hanfanbau – hier legaler Nutzhanf mit äußerst geringem THC-Gehalt – in freier Natur. Äußerlich sind an den Pflanzen der legale und der illegale Anbau nicht zu unterscheiden.

Die Cannabispolitik in Deutschland befindet sich im Umbruch. Nachdem die Pflanze in den letzten Jahrzehnten sukzessiv kriminalisiert wurde, werden seit einigen Jahren Stimmen lauter, die insbesondere den medizinischen Nutzen von Hanf hervorheben. Der Umgang mit Cannabis schlägt wieder um. Seit diesem Jahr können Patienten in Deutschland Cannabis auf Rezept in der Apotheke bekommen. Die Bundesregierung plant zukünftig kontrollierten Cannabis Anbau im eigenen Land. Aktuell wird das ärztlich verordnete Cannabis noch aus Ländern importiert, in denen Anbau und Verkauf legal sind.

Doch aufgepasst! Diese Gesetzesänderungen betrifft derzeit nur die Medizin. Für Konsumenten, die Cannabis nur aus Genussgründen konsumieren , bleibt das weiterhin illegal. Obgleich auch hier von einzelnen Parteien Änderungsvorhaben vorliegen. Cannabis Befürworter – wie auch Gegner – tun also gut daran, an den Landtag- und Bundestagwahlen in diesem Jahr teilzunehmen.

Nach aktuellem Stand sind ist Cannabis und sämtliche Bestandteile der Pflanze, die den Wirkstoff THC enthalten, illegal. Das verbietet allerdings nicht, Hanfsamen aus EU-Ländern zu erwerben, in denen der Handel mit den Cannabissamen legal ist. Es gibt besonders holländische Online Shops, die sich genau auf diese Nische spezialisiert haben. Die Bestellung der Samen ist hierbei nicht direkt strafbar, sofern sie nicht für den Anbau gedacht sind. Damit aber Klarheit besteht: Der Anbau hingegen ist in Deutschland strafbar, auch wenn man die Hanfsamen völlig legal erworben hat. Deshalb lassen sich Cannabis-Freunde auch immer wieder höchst kreative Verstecke einfallen.

So erkennt man Hanf

Die Hanfpflanze erkennt man am besten an ihren charakteristischen Blättern. Sie ähneln einer Hand mit in der Regel fünf, sieben oder neun Fingern. Es gibt Sorten, die in die Höhe wachsen und welche, die eher buschig in Bodennähe gedeihen. Dabei kann je nach Art die Größe von 30 Zentimetern bis zu drei Metern variieren. Um nicht entdeckt zu werden, bevorzugen die meisten sogenannten Grower in Deutschland im Guerilla Anbau aber eher Arten mit moderatem Wachstum, wodurch die meisten Hanfpflanzen eine Größe von zwei Metern nicht überschreiten.

Farblich können Hanfpflanzen ein kraftvolles Grün tragen, jedoch je nach Sorte über das Gelbliche bis ins Rote abdriften. Markant und für viele Grower ein Problem ist der meist süßliche Geruch, der für sie besonders den Anbau in geschlossenen Räumen zur Herausforderung macht, um nicht aufzufliegen. Besonders in der Blütezeit, wenn die Pflanzen einen starken Harzüberzug haben, ist der Geruch im engeren Umfeld um die Pflanzen herum wahrzunehmen, wodurch die Plantagen oft durch Bauern, Förster oder die Nachbarn entdeckt werden.

Illegalen Hanfanbau aufspüren

Nachbarn sind im Übrigen der häufigste Grund, wie Cannabis Plantagen aufgedeckt werden. Die meisten Besitzer werden von Nachbarn angezeigt. Aber auch die Polizei hat ihre Methoden. So werden beispielsweise Häuserblöcke mit Wärmebildkameras gescannt: Cannabis Felder innerhalb einer Wohnung brauchen viel künstliche Wärme und Licht. Durch die Wärmebildkameras der Polizei stechen solche Räume deutlich heraus.

Im Freien hingegen ist das Aufspüren von Feldern schwieriger. Hier sind es vor allem die Bauern, die in Ihren Feldern ungewünschte Gäste finden. Guerilla Gärtner pflanzen häufig mitten und im Schutz eines großen Feldes ein eigenes kleines Cannabisfeld an. Das findet sich vermehrt in Maisfeldern, da Mais ebenfalls eine grüne Farbe hat und selbst sehr hochwächst, wodurch die Hanfpflanze gut versteckt wird. Aber auch Förster stoßen in den Tiefen ihres Waldes des Öfteren auf kleine bis mittelgroße Anbauflächen von Hanf. Häufig nutzen die Gärtner mit den grünen Daumen dafür Lichtungen. Hier bekommt die Cannabis Pflanze ausreichend Licht und ist trotzdem durch die Bäume geschützt.

Aber es geht auch dreister; das sogenannte Guerilla Gardening ist auch beim Cannabis verbreitet. Hier werden die Pflanzen einfach an öffentlichen Plätzen, auf Häuserdächer oder in Parks angepflanzt. Dabei wird sich gar nicht erst bemüht, die Pflanzen zu verstecken.

Erkannten Anbau melden

Wenn man einmal weiß, wie eine Cannabis Pflanze aussieht, erkennt man sie leicht und kann den Fall melden. Doch gerade im Guerilla Gardening ist es schwierig für die Polizei, den illegalen Gärtner herauszufinden.

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  • Quelle: red | Grafik: johny_deff / johny deff, Foto: Valyxyz, beide pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 04.03.2017 - 08:07 Uhr
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