Zahnersatz: Patienten sollten Qualität und Kosten gegenrechnen

Zahnersatz: Patienten sollten Qualität und Kosten gegenrechnenGörlitz, 8. Dezember 2016. Gesunde Zähne sind elementar wichtig für eine hohe Lebensqualität. Der Erhalt ist jedoch nicht immer möglich, etwa durch Karies, Unfälle oder altersbedingte Erscheinungen. Wenn es um Zahngesundheit und Zahnersatz geht, kann es schnell teuer werden, die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen wurden in den letzten Jahren zurückgefahren. Die genauen Kosten für den Patienten sind immer abhängig von den gesetzlichen Rahmenbedingungen, den jeweils in Anspruch genommenen Leistungen sowie regelmäßigen Eintragungen im Bonusheft. Viele Menschen sind verunsichert und haben Angst vor zu hohen Kosten beim Zahnersatz. Was sollte man also wissen?
Abbildung oben: Moderne Zahnmedizin setzt auf bildgebende Verfahren, schmerzarme Behandlungsmethoden und Hightech-Materialen – doch all das hat seinen Preis. Patienten müssen sich überlegen, wie sie hochwertige Behandlungen finanzieren.

Weniger Zuschüsse seit der Gesundheitsreform 2005

Weniger Zuschüsse seit der Gesundheitsreform 2005

Zähne bleiben nicht von allein schön: Zahnpflege und zahnärztliche Vorsorge, Behandlung und Sanierung sind wesentlich für das Wohlbefinden und die Ästhetik.

Seit 2005 ist der Patient gesetzlich dazu verpflichtet, beim Zahnersatz mehr Eigenverantwortung zu übernehmen und dementsprechend höhere Zuzahlungen leisten. Die Krankenkassen haben sich sozusagen aus der Verantwortung geschlichen, die Festzuschüsse der Kassen decken gerade einmal etwa 50 Prozent der Kosten ab. Wer sein Bonusheft immer hat abstempeln lassen, bekommt 15 Prozent zusätzlich erstattet. Dabei handelt es sich wohlgemerkt immer um die einfachste Lösung, diese Regelversorgung entspricht letzten Endes dem medizinischen Stand der 1970er Jahre. Längst sind technisch bessere Lösungen vorhanden (Implantate, keramische Versorgungen), werden jedoch oft nicht verwendet, da die hohen Kosten den Patienten abschrecken - im Zweifel zu Lasten seiner Lebensqualität.

Eigenanteil erhöht sich bei höherwertigem Zahnersatz

Wer sich als gesetzlich Versicherter nicht mit der Standardversorgung zufriedengeben will, muss selbst in die Tasche greifen. Der Anteil, den die Kasse zahlt, richtet sich in der Regel nach dem Befund der Zähne. Wenn die Krankenkasse also beispielsweise die Hälfte zu einer Brücke dazubezahlt, der Patient aber ein Implantat bevorzugt, muss der Differenzbetrag vom Patienten übernommen werden, der Zuschuss der Kasse bleibt gleich. Genauere Informationen findet man auf diesem Portal zum Thema Zahnersatz Kosten.

Was tun, wenn wenig finanzieller Spielraum vorhanden ist?

Sofern man nicht in der Lage ist, die unter Umständen hohen Kosten für eine hochwertige Behandlung zu tragen, hat man dennoch Möglichkeiten, diese zu finanzieren. Insbesondere wenn es um die eigenen Zähne geht, sollte man sich nicht scheuen, ein wenig Geld zu investieren.

Grundsätzlich kann man versuchen, mit dem Zahnarzt über eine Ratenzahlung zu verhandeln. Manche Zahnärzte bieten heutzutage sogar die Möglichkeit der Kreditfinanzierung. Der Patient sollte sich selbstverständlich finanziell nicht übernehmen, dennoch kann es lohnenswert sein, über eine Finanzierung nachzudenken, schließlich ist die Zahngesundheit weitaus wichtiger als viele andere Dinge.

Einen klassischen Ratenkredit kann man selbstverständlich auch für Zahnersatzbehandlungen in Anspruch nehmen. Auch besteht für Patienten das grundsätzliche Recht, Behandlungen im EU-Ausland durchführen zu lassen - hier sollte man sich jedoch auch Gedanken über möglicherweise niedrigere Qualitätsstandards machen.

Lohnt sich eine Zusatzversicherung?

Eine Zahnzusatzversicherung ist sinnvoll, sofern man gesetzlich versichert ist und Wert auf qualitativ hochwertigen Zahnersatz legt – insbesondere dann, wenn zu erwarten ist, dass in naher Zukunft Anwendungen zum Tragen kommen.

Wer zum Beispiel schon in jungen Jahren viele Füllungen hat, wird sicherlich mit Zahnersatz rechnen müssen. Damit sich die Zahnzusatzversicherung aber auch wirklich lohnt, gilt es die Konditionen und Vertragsdetails genau zu prüfen und sich für einen Anbieter zu entscheiden, der das für die eigenen Bedürfnisse am besten passende Angebot bereithält. Auch bei den besten Angeboten müssen in der Regel jedoch 10 bis 15 Prozent der Kosten immer noch vom Patienten getragen werden, eine hundertprozentige Kostenübernahme ist wohl nirgends im Angebot.

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  • Quelle: red | Foto Zahnarzt: oswaldoruiz, Foto Frau: TaniaVdB / Tania Van den Bergen, beide pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 08.12.2016 - 07:16 Uhr
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