Görlitzer Vornamensstatistik 2017

Görlitzer Vornamensstatistik 2017Görlitz, 6. Januar 2018. Der Name ist Programm und beeinflusst den Lebensweg eines Kindes: Kinder müssen sich mit Vornamen, die Eltern bei der Geburt vielleicht als trendig oder niedlich empfanden, immerhin ein Leben lang herumschlagen. So werden Vornamen oft als Indiz dafür angesehen, in welchem häuslichen Bildungsumfeld oder in welchem sozialen Milieu ein Kind aufgewachsen ist.
Abbildung oben: Hier ist Hans-Herbert Storchenbein im Anflug – höchste Zeit für Eltern, sich für einen Namen zu entscheiden.

Kevinismus – eine Gefahr für Eltern und deren Kinder

Kevinismus – eine Gefahr für Eltern und deren Kinder

Gleich und gleich gesellt sich gern? Namen haben Einfluss auf den Lebensweg. Zudem ist die Symbolik von drei Schlüsseln am Liebesschloss nachdenkenswert.

Vielleicht bekanntestes Beispiel für einen Modenamen ist "Kevin", ein Name, der unter dem Eindruck der Filmkomödien "Kevin – Allein zu Haus" und "Kevin – Allein in New York" Anfang der 1990er Jahre in Mode kam. Eltern hatten sich von ihrer Sympathie für den lustig-chaotischen Kinderstar Macaulay Culkin leiten lassen – ein Image, das einem Erwachsenen eher wenig hilfreich sein dürfte. "Kraftstrotzende" Namen, die sogar einen Machtanspruch symbolisieren, wie Alexander, Katharina oder Maximilian, machen es ihren Trägern in bestimmten Lebenssituationen hingegen durchaus leichter, erfolgreich zu sein.

"Kevin" hat einem Trend, dem "Kevinismus" (auch "Chatalismus" genannt), seinen Namen gegeben. Bei Eltern deuten folgende Symptome auf einsetzenden oder ausgebrochenen Kevinismus hin:

  • Doppelnamen
  • englische oder französische Namen und deren Derivate
  • Namen, die Mitmenschen die Grenzen nicht nur ihrer Aussprache-, sondern auch ihrer Buchstabierfähigkeit erkennen lassen
  • auf "a" endende Namen
  • Kindernamen auf der Autoheckscheibe
  • Verwendung ungewöhnlicher Buchstaben wie "ë" oder "í"
  • Namen von Schauspielern oder Comic-Figuren

Viele Beispiele für solche Namen finden sich in dieser Sammlung. Allerdings sollte man Eltern nicht darauf ansprechen, denn zum Kevinismus gehört auch gesteigerte Aggressivität.

Ist der Kevinismus als Seuche bis nach Görlitz vorgedrungen? Davon kann man sich anhand der Görlitzer Vornamensstatistik für das Jahr 2017 selbst ein Bild machen. Wichtiger ist aber ein guter Trend: Die Görlitzer sind fleißig am werkeln, um Anlässe zu schaffen, bei denen Kinder Namen brauchen. Immerhin wurden im Standesamt Görlitz im Jahr 2017 847 Geburten beurkundet (hier der Vergleich zu 2014). Bei 564 der Kinder übten sie Akese und beschränkten sich auf einen Vornamen, 266 der Kinder erhielten zwei Vornamen und 13 Kinder haben mit drei Vornamen die größte Auswahl im Leben, welchen davon sie vielleicht umgangssprachlich nutzen wollen.

Das Görlitzer Mädchennamen-Ranking:
  1. Emma
  2. Hanna
  3. Emilia
  4. Maja
  5. Anna
  6. Alma
  7. Charlotte
  8. Ella
Das Görlitzer Jungennamen-Ranking:
  1. Leon
  2. Emil
  3. Ben
  4. Felix
  5. Till
  6. Karl
  7. Moritz
  8. Gustav

Friedenserhaltende Maßnahme:
Der Görlitzer Anzeiger möchte mit seinen Hinweisen niemandem auf den Schlips treten und hat deshalb auf die Nennung von Namensbeispielen verzichtet. Falls sich jedoch jemand betroffen fühlt, wird vorsorglich gebeten, eine Entschuldigung anzunehmen. Auch Mike.

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  • Quelle: TEB | Fotografik Storch: 5arah / Sarah Richter, Foto Schloss: Nikki, beide pixabay und Lizenz CC0 Public Domain
  • Zuletzt geändert am 06.01.2018 - 09:19 Uhr
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