2016 als wegweisendes Jahr für die Energiewende

2016 als wegweisendes Jahr für die EnergiewendeGörlitz, 21. Januar 2016. Die geplante Energiewende geht 2016 in ein entscheidendes Jahr. Aufgrund der langen Vorlaufzeit von Maßnahmen sowie der Zeit, bis die gewünschten Effekte eintreten, müssen spätestens jetzt die wichtigsten Baustellen behoben werden.
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Energiewende im Fokus

Thema: Braunkohle

Braunkohle

Braunkohle-Abbau - notwendig für die Energieversorgung und Arbeitsplätze oder Vernichtung von Lebensraum und Kultur zugunsten einer nicht mehr erforderlichen Technologie? In der Lausitz ist vor allem die Neuaufschließung des Tagebaus Nochten 2, der sorbisches Siedlungsgebiet vernichtet, umstritten.

Immerhin ist die Energiewende in der Öffentlichkeit - nicht nur im Landkreis Görlitz mit seinem Kraftwerksstandort Boxberg/O.L. - sehr präsent. Ein Umdenken auf breiter Basis wird damit gefördert, sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen sind sich der Bedeutung bewusst. Eine Vielzahl von Events trägt dazu bei, zum Beispiel auf der Frankfurter Messe: Im März 2015 fand dort mit der ISH die Weltleitmesse für Energietechnik, Klimatechnik und erneuerbare Energien statt. Die Bilanz konnte sich mit beinahe 190.000 Besuchern in fünf Tagen durchaus sehen lassen; besonders erfreulich ist, dass viele Produktneuheiten schon kurz darauf die Marktreife erreichten.

Und das hat sich auch in Sachsen bemerkbar gemacht. Speziell die Erdwärme ist im Freistaat auf dem Vormarsch: So gilt Riesa mittlerweile als Musterbeispiel für Geothermie. Der weltweite Fokus liegt dennoch auf der Solarenergie, denn diese soll in Zukunft einen Großteil der Energiegewinnung ausmachen.

Geht es so weiter wie 2015?

Dass 2015 als (bisheriges) Rekordjahr des Ökostroms in die Geschichte der Bundesrepublik einging, ist ein gutes Zeichen. Von diesem profitieren nicht zuletzt die Verbraucher: Da inzwischen ein Überangebot an Ökostrom existiert, sind die Preise stark gefallen. 2016 wird es vermutlich so weitergehen, der erneut relativ milde Winter macht es möglich. Als nächsten Schritt planen die Energiekonzerne die Trennung von konventioneller und Ökostromerzeugung. Diese Trennlinie beinhaltet eine gewisse Symbolik, denn der gemischte Strom rief bislang immer wieder Kritiker auf den Plan.

Der alte Traum von der völligen Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern ist damit noch lange nicht verwirklicht, allerdings ist man dem Ziel wieder ein paar Schritte nähergekommen. Passend zur optimistischen Grundstimmung soll jetzt auch der Kohleausstieg offiziell beschlossen und terminiert werden. Als Datum wird 2040 angepeilt, zuzüglich einer fünfjährigen Reserveperiode.

Die deutschen Atomkraftwerke werden zu dieser Zeit schon lange Geschichte sein – das ist zumindest der Plan. Ab Ende 2022 soll die Kernenergie vollständig eingestellt werden, doch um das zu ermöglichen, muss die Effizienz erneuerbarer Energien noch drastisch gesteigert werden. Weitere Investitionen sind also nötig und wie schon bei der EEG-Umlage werden Verbraucher auch in Zukunft daran beteiligt sein. Eine realistische Alternative gibt es leider nicht, sodass man die Mehrkosten als sinnvolle Investition in eine saubere Energiewelt sehen sollte. Ein möglicher Klimakollaps wäre in jedem Fall wesentlich teurer - und zwar nicht nur in finanzieller Hinsicht.

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  • Zuletzt geändert am 21.01.2016 - 12:38 Uhr
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