iku Görlitz veröffentlicht Arbeitssystem

iku Görlitz veröffentlicht ArbeitssystemGörlitz, 31. Dezember 2015. Es gibt Beiträge, da weiß man nicht so recht, soll man sie der Rubrik Gesellschaft oder doch eher der Wirtschaft zuordnen. Der nachstehende Bericht über die Veröffentlichung des Denksystems, das hinter der aktuellen Entwicklung des Görlitzer Schlachthofgeländes steht, gehört zweifelsohne dazu.
Abbildung: Stadtplaner und Kommunalentwickler Hans-Friedrich Bültmann erklärt am Beispiel des Bürgerhauses, wie das Zusammenleben im Quartier rund um den früheren Görlitzer Schlachthof gestaltet werden soll.

Görlitz könnte Vorreiter für die an Quartieren orientierte dezentrale Stadt werden

Görlitz könnte Vorreiter für die an Quartieren orientierte dezentrale Stadt werden

Hans-Friedrich Bültmann (li.) und der Görlitzer iku-Büroleiter Thomas Müller (re.) im Gespräch mit jungen Leuten, die sich für die Entwicklung des früheren Schlachthofgeländes und seiner Bebauung interessieren.

Dafür ist dieser Bültmann zu schlau und zu lebenserfahren: Nie wird er den rund 30 - ständig werden es mehr - jungen Leuten, die sich in zehn Arbeitsgruppen mit den unterschiedlichsten Aspekten von Wohnen und Arbeiten außerhalb tradierter Vorstellungen beschäftigen, etwas vorgeben. "Die jungen Leute haben das Recht, ihre Zukunft selbst zu gestalten", ist einer seiner Grundsätze. Und dennoch bringt er seine ganze Berufs- und Lebenserfahrung ein.

Wie das? Bültmann hat das "iku System" entwickelt. Das iku ist das Institut für Kommunal- und Umweltplanung, dem Bültmann vorsteht. Dessen System hingegen beschäftigt sich mit "autarken Quartieren". Was auf den ersten Blick visionär erscheint und an Grenzen des technisch Machbaren zu stoßen scheint, erweist sich als ein Modell, mit dem das Denken auf erfolgversprechende Ansätze geleitet wird.

Bültmann setzt an den brennenden Problemen unserer Zeit an: Junge Leute, die flexibel bleiben müssen und wollen, Selbständige, die Wohnen und Arbeiten vereinen möchten, Senioren, die Service und Obhut benötigen, ein Umfeld, das anregt, eine Familie zu gründen. Im Grunde geht es um Lebens-Künstler im wahrsten Sinne des Wortes, die ihren Lebenssinn nicht in den "Qualen der Arbeit" (Marx), sondern in einem sinnerfüllten Leben ohne Not sehen.

Nicht ohne Grund stellt Bültmann sein "iku System: Die autarken Quartiere" in den Dienst des sozial-ökonomischen Umbaus der Gesellschaft und beruft sich dabei auf das Grundgesetz, die Menschenrechte, die Menschenwürde und die Menschlichkeit und schließlich auf die Stärkung der Gemeinschaft.

Sein Ansatz ist, dass Entwicklungen weit weniger "von oben" verordnet werden müssen, sondern schlüssig "von unten" initiiert und gestaltet werden können. Selbst in der Stadtverwaltung Görlitz, oft als eine "von oben" Instanz gesehen, rennt Bültmann mit seinen Ideen und seiner Vorgehensweise offene Türen ein, wie er sagt. Vielleicht, weil seine Art der Bürgerbeteiligung Erfolg verspricht, denn: Die Beteiligten sind die Betroffenen. "Auch die Görlitzer Stadtwerke und die städtische KommWohnen wie auch ortsansässige Ingenieurbüros und andere Unternehmen sind erstklassige Partner", bestätigt Bültmann das freundliche Klima in Görlitz.

Erst im Dezember 2015 hat sich der Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege persönlich über die Entwicklung auf dem Schlachthof-Areal informiert und sich dabei als profunder Kenner der Materie erwiesen - und war beeindruckt über das Engagement junger Leute für die Entwicklung des Quartiers.

Ein Glücksfall für Bültmann und seine höchst engagierten Mitstreiter ist das Projekt Brautwiesenbogen, winken hier doch EFRE Fördergelder der Europäischen Union. "Das ist der Turbo für die Belebung des Schlachthofgeländes", freute sich der Kommunalentwickler über die unerwartete Aussicht, das Projekt in Teilbereichen schneller vorantreiben zu können.

Dabei sind die Aktivitäten rund um den Schlachthof-Komplex kein Selbstzweck: Investoren zeigen sich interessiert an dem Standort, der vielfältiges Potential vorzuweisen hat. "Wer nicht wartet oder gar zögert, hat die größere Auswahl", meint Thomas Müller, der als geborener Görlitzer das iku vor Ort vertritt und erster Ansprechpartner ist. Wobei "Investor" hier ein dehnbarer Begriff ist. "Wir möchten zugeschnittene Lösungen, die für den Interessenten hundert Prozent passen, sei es für das Wohnen, Büro, Werkstatt, Lagerräume oder anderes", betont der junge Mann.

Das iku System: Die autarken Quartiere
Link zum kompletten Text

Jetzt!
Wer sich für den früheren Schlachthof interessiert - als Nutzer, Investor, Wohnmieter oder Mitentwickler - sollte den Kontakt aufnehmen:
Thomas Müller, iku Büroleiter,
Handy 0157 - 80 25 78 54
E-Mail info@iku-ug.de
Nutzungsinteressierte und Investoren finden dienstags von 13 bis 18 Uhr im Büro Leipziger Straße 23, 02826 Görlitz, auch ohne Terminvereinbarung einen Ansprechpartner.

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